
„Big Wheel And Others“ eröffnet mit dem dynamischen Country Rocker „Big Wheel“, dessen Dynamik nur noch von „Satan Is My Toy“ übertroffen wird, in welchem laute Gitarren-Riffs und flirrende Drums auf jazziges Saxophon-Spiel treffen, das sich auch in Songs wie dem gespenstisch scheppernden „Joe Murder“ wiederfindet. Cass McCombs hat ganz klar eine Affinität zum Jazz, die man beim lässig groovenden Instrumental-Stück „It Means A Lot To Know You Care“ sehr gut heraushören kann. Einen Hang zum Avantgardismus beweist er mit den epischen und von Dunkelheit durchzogenen Nummern „The Burning Of The Temple, 2012“ oder dem neunminütigen „Everything Has To Be Just-So“.
Lyrisch setzt sich der Musiker stets mit den Abgründen und Verletzlichkeiten des Menschen auseinander, mal humorvoll, mal schmerzlich direkt. Sein Fokus auf einsame Wanderer ist nicht verwunderlich, noch ist es die Exzentrizität dieser Lieder. Die kompakt spielende Band hinter Cass McCombs ist jedoch einer der Gründe, die den Musiker so richtig voran treiben. Sie füllen und beleben die Lieder mit einem sumpfig daher kommenden Schlagzeug-Spiel und die treibenden Tasten-und Blasinstrumente geben den Stücken die nötige schweißtreibende Energie.
Es erscheint angemessen, „Big Wheel And Others“ als Cass McCombs bestes Werk hervorzuheben. Jedoch haben auch mindestens vier von sieben seiner Alben den Anspruch auf diese Auszeichnung. Doch dies ist bei weitem seine ehrgeizigste und kreativste Arbeit. Tatsache ist, dass man schon mit einem gewissen musikalischem Können gesegnet sein muss, um den Hörer fast 90 Minuten bei der Stange zu halten.
„Big Wheel And Others“ ist pure Kreativität im Pop/ Folk/Punk/Rock- Bereich, in dem Cass McCombs ja schliesslich auch zu Hause ist.