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Landshapes (Credit Coen Rees)

Landshapes – Contact

Wie wäre es mit einem klanggewaltigen Spaziergang durch den heimischen Kräutergarten, Russlands nördlichste Regionen oder die menschliche Psyche? Auf ihrer dritten LP namens „Contact“ bietet uns die Londoner Band Landshapes genau das an – und überrascht dabei immer wieder.

So schon beim Opener „Rosemary“, wo tatsächlich einem ganz gewöhnlichen Gartenkraut musikalisch Tribut gezollt wird. Alles andere als ordinär sind aber die Motivation dahinter und klangliche Ausarbeitung davon:

Der Mensch als Wesen mit einer langen Geschichte, tief in der Natur verwurzelt. Verwoben wird dieser Gedanke mit tiefen Synths und Gitarren, die dem sphärischem Gesang gegenübergestellt werden.

Während sich „Siberia“ fast nahtlos an die maximalistisch-mystischen Klänge anschließt, beweisen Landshapes, dass sie auch anders können:

Weit weniger geheimnisvoll klingt zum Beispiel „Drama“, ein Track, der Beziehungsprobleme mit einem poppigen Beat untermalt und dabei trotzdem nicht klischeehaft wirkt, weil die Instrumentation und die Vocals dafür einfach zu gut sind.

Oder auch „Conductor“, das luftig-schmachtend als zuckersüße, folkige A-capella-Ballade getarnt daherkommt, sich zur Mitte des Tracks als ein Klangkonstrukt aufbäumt, das alles andere als niedlich wirkt, nur um dann wieder in den himmlischen Gesang überzugehen – und das, ohne dass dabei irgendwas forciert wirken würde.

„Contact“ ist insgesamt geprägt von anschwellenden und abnehmenden Klängen, von explosiven Momenten und einmaligen Melodien.

Dabei tut man sich schwer, das Album in eine bestimmte Sparte einzuordnen, denn es ist vieles dabei: Psych, Folk, Pop, Indie, Rock. Landshapes nehmen das alles mit auf und basteln daraus ihre eigenen Sound-Landschaft.

Und sobald man die Platte durchgehört hat, wundert es einen nicht, dass der Arbeitstitel von „Contact“ ursprünglich „Collapse“ lautete:

Akustische Mauern werden hochgezogen und kollabieren wieder, Genregrenzen werden vernichtet und Gedankenkonstrukte dargelegt und dann kurz und klein gehauen. Eine Platte, die es schafft, die schönen Momente in der Destruktion zu finden.

Und genau deswegen ist der Veröffentlichungstitel dann doch passender: Den zerstörerischen Tendenzen zum Trotz steht bei der Platte am Ende immer das Positive im Vordergrund.

Der Kontakt zwischen Euphorie und Hoffnungslosigkeit, Experiment und Tradition, dem Einzelnen und dem Universellen wird von Landshapes auf „Contact“ musikalisch so ausgefeilt und mutig verarbeitet, dass man einfach begeistert sein muss.

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