The KVB wechseln ihren Sound mit wechselhaften Songs. Gut an dem neuen Album „Unity“ ist die Krautrock-Orientierung. Schlecht daran ist die Krautrock-Orientierung – und ihre teils ungeübte Ausführung.

Nicholas Wood und Kat Day sind einst als elektrifiziertes Postpunk-Shoegaze-Duo gestartet und beginnen auf ihrem sechsten Album zunächst noch genauso, mit Synthies aus dem Kosmos von School Of Seven Bells.

Bereits mit dem Titelsong an zweiter Stelle sind sie allerdings Kraftwerk näher als jemals zuvor. Interstellare Computermusik mit Systemkritik und eingängigen Melodien aus Tasteninstrumenten. „Future concrete occupation/ Modular factory living/ Linear industrial city/ Urban minds“ sprech-singt Kat Day dann auch Zeilen, die bei der Rhetorik des großen Ralf Hütter abgeschaut zu sein scheinen.

Ob es an ihrer neuen Heimat Berlin liegt, dass sich die Londoner für Krautrock begeistern? Womöglich wären sie dann wohl eher in Düsseldorf gelandet. So oder so gleicht der Stilwechsel jener Transformationen von Joy Division zu New Order – freilich zwei Ligen darunter.

An Songs wie „Structural Index“ sind vor allem noch die graumelierten Gesangspassagen wavig, die für den Post-Punk prototypischen Single-Note-Riffs nur noch in „Lumens“ hörbar. Des Öfteren regiert der Stoizismus.

Das nervös flackernde „Ideal Living“ gefällt sich als in Neon-Farben getränkter Schattentanz für Dieter Möbius & Co.

„World On Fire“ ist ein familientaugliches Jump ‘n’ Run, so zeitlos, dass die Generation Comodore genauso damit warm wird, wie die Macbook-Natives.

Das wäre dann so weit auch so gefällig, müsste man nicht auch zwischendurch den ein oder anderen faden, teilweise uninspirierten Langeweiler wie z.B. „Omni“ über sich ergehen lassen.

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