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Leif Vollebekk – Revelation

Ganz behutsam in den Herbst rutschen – mit „Revelation“ als Soundtrack ist das überhaupt kein Problem. Auf seinem fünften Album setzt Leif Vollebekk mehr denn je auf cineastische Breiten und Melancholie pur. Das kann man unterschiedlich gut finden.

Erstmal gibt es aber Namedropping: Aufgenommen hat Vollebekk diese Platte mit Schlagzeugerlegende Jim Keltner (Eric Clapton, Pink Floyd), Grammy-Preisträgerin und Steelgitarristin Cindy Cashdollar (Bob Dylan, Van Morrison) und der Singer/Songwriterin Angie McMahon. Verglichen wird sein Sound derweil mit Leonard Cohen oder Nick Drake. So weit, so hochgestapelt.

Diesen gigantischen Vorboten wird „Revelation“ auch auf einigen Ebenen gerecht – gerade so sanfte Szenerien, wie sie etwa „Sunset Boulevard Expedition“ mit seinen Chören aufmacht, fallen mit ihrer feinfühligen Komposition auf.

Und auch die penetrante Platzierung der Klavier-Melodie in „Surfer’s Journal“ wirkt in Kombination mit Streichern und Breitband-Flächen sehr hollywood-esque.

Auf Dauer macht „Revelation“ dafür aber recht wenig neue Bilder auf. Von der rauen, schönen, aber doch im Genre recht unauffälligen Stimmfarbe Vollebekks bis zur Instrumentalschau passiert vom Opener „Rock And Roll“ bis zum Closer „Angel Child“ sehr wenig.

Für die kühlen Herbstmonate ist die Platte damit gerade bei melancholischen Herzen bestens platziert, ein wenig lässt sich aber doch etwas mehr Witz im Songwriting vermissen.

„Mississippi“ versucht sich daran und kreiert dabei nach einem fast geflüsterten Intro einen fast magischen Moment, wenn die Beats langsam einsteigen und dann doch etwas Herzen erwärmen möchten.

Die Bläser mögen sich da aber noch so filigran und geschmeidig um Vollebeks Timbre schälen wie in „Till I See You Again“ – bei all dem Schönklang, all der Ernsthaftigkeit, all der Melancholie bleibt „Revelation“ doch irgendwo in der Mittelklasse des Genres stecken.

Allgemeinschauplätze statt Alleinstellungsmerkmal und emotionale Tiefe stehen hier auf der Speisekarte. Für den Legendenstatus reicht es bisher deswegen nicht – für eine angenehme Erfahrung aber schon.

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