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Alison Goldfrapp – Flux

Zurück in die Zukunft! Gut möglich, dass dieser Devise folgend, Alison Goldfrapps neuer Albumtitel „Flux“, entstanden ist. War es nicht der gleichnamige Fluxkompensator, den Neunzigerjahre-Filmheld Marty McFly benötigte, um durch die Zeit zu reisen?

Alison Goldfrapps zweites Soloalbum hat jedenfalls das Zeug dazu, uns schon beim ersten Hören auf eine Zeitreise zu schicken. Ob zurück in den Sound der späten 90er oder hinfort in futuristische, transhumanistische Klangsphären, bleibt dabei die große Frage.

Für die Rückbesinnung in Zeiten, in denen die Charts von Elektro-Genres dominiert waren, spricht die Historie der 1966 in London geborenen Künstlerin. Schließlich stellte sie um die Jahrtausendwende zusammen mit Will Gregory und ihrer Band Goldfrapp musikalische Meilensteine auf, die noch heute ihren Reiz haben.

Die etwa in „Strict Maschine“ (2003) enthaltene pulsierende Kraft finden wir auch auf „Flux“. Hier sei das uns Taumeln machende „Reverberotic“ genannt, das wie seine über 20 Jahre älteren Vorgänger mit gekonnt eingesetzten Wechseln von Spannungszuständen überzeugen kann.

Und doch gibt gerade „Reverberotic“ mit seinem clever gewählten Titel auch einen Hinweis auf die Zukunftsgewandtheit der Britin. Alisons robotische Stimme besingt in kryptischen Vokabeln ein Verlangen, das den Rahmen menschlicher Gefühlslagen längst hinter sich gelassen hat.

Ein Gleiten ins Übernatürliche widerfährt uns auch auf „Strange Things Happen“, einem weiteren Highlight. „And we’re so close / Feels like dancing / I know strange things / Happen with you”, singt Alison Goldfrapp, begleitet von einem raffiniert flackerndem Klanggebilde.

Über die Gegenwart hinaus weist auch „Find Xanadu“, dass sich der Idylle eines nicht existenten Ortes widmet, dabei aber schon wesentlich lieblicher klingt. So bleiben unterm Strich traumartige Schilderungen und ein fröhlich wabernder, radiotauglicher Beat.

Dass einige Nummern auf „Flux“ – wie etwa das eingängige „Hey Hi Hello“ – ein wenig zu glatt gebügelt daherkommen, sorgt zwar für vorübergehende Spannungsabfälle, tut der Tanzbarkeit des Albums aber keinen Abbruch.

Und vielleicht trifft Alison Goldfrapp hier auch einen Nerv. Denn vielleicht klingt ja auch die gerade heraufdämmernde Zukunft genau so.

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