The Wave Pictures haben gestern ihre neue Single „The House Painted Blue“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „Gained / Lost“, das am 27. Februar via Bella Union erscheint.
Der neue Song präsentiert sich als psychedelisches Klanggemälde, das irgendwo zwischen Kafka-Surrealismus und sonnendurchfluteter 60er-Jahre-Nostalgie schwebt. The Wave Pictures beschreiben ihr eigenes Werk als träumerische Malerei, inspiriert von Chagall oder Matisse.
Tatsächlich entfaltet sich „The House Painted Blue“ wie ein musikalisches Aquarell, bei dem Gitarrenlinien im Stil der Allman Brothers auf westafrikanische Rhythmik treffen.
Die Band erklärt mit einer Poesie, die man sonst eher in Kunstkatalogen findet: „In der Malerei kann man überall zugleich sein: im Traum, in der Erinnerung, in der Vergangenheit und in der Zukunft.“
Mit dem neuen Werk „Gained / Lost“ liefern David Tattersall, Franic Rozycki und Jonny Helm ein Album ab, das drei Jahrzehnte DIY-Erfahrung in 11 Songs presst. 60er-Jahre-Garage-Rock trifft auf 70er-Classic-Rock, gewürzt mit einer Prise 90er-American-Indie.
Klingt kompliziert, funktioniert aber erstaunlich organisch. Innerhalb von sieben Tagen haben The Wave Pictures das Album mit Produzent Jim Riley in den Ranscombe Studios eingespielt, live und ohne Firlefanz.
Besonders hervorzuheben ist Tattersalls Gitarrenspiel, das BBC-Moderator Marc Riley als das „größte seiner Generation“ bezeichnet. Zwischen Jerry Garcias Lyrik und Tom Verlaines kantiger Präzision navigierend, bleibt Tattersall stets im Dienst des Songs.
Das von Tattersall gestaltete Cover zitiert Robert Franks legendäres Exile-On-Main-Street-Artwork und collagiert Kindheitsfotos mit Horrorfilmplakaten und ehemaligen Fußballern.
Ein visuelles Sammelsurium, das perfekt zu der eklektischen Klangwelt von The Wave Pictures passt. Nach fast drei Jahrzehnten haben sie sich ihren Status als Kultband redlich verdient. „Gained / Lost“ zeigt eine Band, die sich treu bleibt, ohne stillzustehen, und das mit einer Spielfreude, die ansteckend wirkt.
Das Musikvideo zu „The House Painted Blue“ ergänzt die surreale Stimmung des Songs: In Schwarz-Weiß-Ästhetik, die an alte Stummfilme erinnert, entfalten sich ominöse Reflektionen und mysteriöse Bildwelten, die zum spielerisch rätselhaften Gitarrenriff passen.
Die Band kommentiert selbst: „Schaut euch das komplette Video an, um zu hören, dass Freude im Gegensatz zu den meisten Popsongs nicht zwangsläufig das Fehlen von Tiefe und Geheimnis bedeutet!“. Eine Einladung, die man gerne annimmt.

