„Take Me Back To Nowhere“ von A.S. Fanning ist eines dieser Alben, die sich anfühlen, als hätte jemand einen Stuhl mitten in eine leere Landschaft gestellt und gesagt: Setz dich. Hör zu.
Es passiert nichts; und genau das ist der Punkt. Das entpuppt sich schnell als erstaunlich tragfähiges Konzept. A.S. Fanning bewegt sich hörbar in Zwischenräumen. Zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Melancholie und einer fast stoischen Gelassenheit.
Das Album steht einfach da, verschränkt die Arme und schaut dich an, als würde es sagen: „Ich bin jetzt so, deal with it.“ Und genau dadurch entsteht eine eigentümliche Nähe. Man hört nicht zu, um mitgerissen zu werden, sondern um sich selbst ein Stück weit zu sortieren.
Die Atmosphäre ist dabei dicht, aber nie erdrückend. Eher wie ein Raum, in dem die Fenster offen stehen und genug Zugluft herrscht, um wach zu bleiben.
Fanning setzt mit „Take Me Back To Nowhere“ auf Reduktion. Die Musik wirkt durchdacht, ohne verkopft zu sein, und emotional, ohne sich je in große Gesten zu flüchten. Wenn hier Pathos auftaucht, dann trägt es bequeme Schuhe und entschuldigt sich fast dafür, überhaupt da zu sein.
Was das Album besonders macht, ist seine Konsequenz. Es gibt keinen Moment, in dem man das Gefühl hat, jemand hätte noch schnell „etwas Eingängiges“ einbauen wollen, um die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren. Stattdessen vertraut das Album darauf, dass Zuhören an sich noch ein Wert sein kann. Das ist mutig. Oder stur, je nach Tagesform.
Der Humor liegt dabei weniger in offensichtlichen Gags als in der stillen Ironie des Titels und der Haltung dahinter. „Nowhere“ ist hier kein dramatischer Abgrund, sondern eher ein Ort mit gutem WLAN und schlechtem Kaffee, an dem man überraschend lange sitzen bleibt.
Am Ende fühlt man sich nach „Take Me Back To Nowhere“, als hätte jemand die Möbel im eigenen Kopf ein paar Zentimeter verrückt. Und manchmal reicht das völlig.

