Website-Icon MusikBlog

Zartmann – Live im Haus Auensee, Leipzig

Es gibt aktuell wohl kaum jemanden, der das Lebensgefühl der Generation Z in seinen Songs so auf den Punkt bringt, wie Zartmann. Die aktuelle Tour des Berliners ist selbstverständlich ausverkauft. Das Haus Auensee in Leipzig – mit 3.600 Plätzen eine eher kleinere Station für jemanden, der Hallen mit fünfstelliger Kapazität füllt – machte da keine Ausnahme.

Weit vor dem offiziellen Einlass standen am gestrigen Mittwoch die – vornehmlich weiblichen – Fans vor der Location am Stadtrand, um sich einen Platz ganz vorn bei „Zarti“ zu sichern.

Sein Publikum ist bedingungslos zum Feiern, Singen und Leiden mit ihm bereit, die euphorische Erwartungshaltung mit Händen zu fassen, als kurz nach 20:00 Uhr die ersten Bässe aus den Boxen rollen und die Band hinter dem Vorhang zum Equipment schreitet.

Als dieser fällt, gibt es weder beim Protagonisten noch im Saal ein Halten, „Meinen Die Uns“ eröffnet den Abend, „Leipzig, ich möchte euch springen sehen“ eine beinahe überflüssige Aufforderung an die Besucher*innen, die im Verlauf des Konzerts mehrmals mit roten Herzen aus einer Konfettikanone überschüttet werden würden.

Vor Energie sprühend springt Zartmann über die weit in die Menge ragende Bühne und es ist mehr als nur ein Funke pure Lebensfreude, der hier überspringt, alles an der Show wird mehrheitlich als „Wunderschön“ empfunden und Textsicherheit bei „Wir Haben`s Überlebt“, „Wie Du Manchmal Fehlst“ und dem Rest des Programms ist Ehrensache.

Der Mann, der bereits mit Ed Sheeran sang, trägt Zuversicht und Melancholie in der Stimme, träumt vom Ausbruch aus den Konventionen, spiegelt die bitteren Momente wie die Endorphin-Schübe der Liebe wider und zeigt klar politisch Haltung, selbst wenn er für dafür bereits um Leib und Leben fürchten musste (einen zusätzlichen Stand zum Thema findet man auch nicht bei jeder Veranstaltung).

Mit markanter Stimme und einer eingespielten Crew im Rücken hält Zartmann die Menge als Indie-Rapper, in Songwriter-Manier mit akustischer Gitarre oder im Duett mit seinem Best Buddy Aaron von der ersten bis zur letzten Reihe dauerhaft in Bewegung.

Er bringt „Schönhauser“- Flair mit, lässt sich von tausenden Handytaschenlampen „Fuß Baumeln“ ausleuchten, öffnet für „Rotkäppchen“ die passende Flasche Schaumwein, ist nahbar, als er für „Lass Es Gehn“ inmitten der Leute singt und authentisch, wenn er die Hasswelle gegen seine Person in „Dafür Bin Ich Frei“ reflektiert.

Vom Anfang bis zur Zugabe mit seinem größten Hit „Tau Mich Auf“ passt an diesem Abend zwischen Zartmann und dem Publikum kein Blatt Papier.

Die mobile Version verlassen