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Yonaka – Until You’re Satisfied

2021 erspielten sich YONAKA mit ihrem zweiten Album „Seize The Power“ selbstbewusst einen Spot in der großen Crossover-Welle um FEVER 333 und Co. Millionen von Streams und fünf Jahre später geht es mit „Until You’re Satisfied“ und in reduzierter Bandbesetzung auf einer völlig anderen Fährte weiter.

Der Wechsel zu klassischem Alt-Rock deutete sich zwar schon auf der EP „Welcome To My House“ von 2023 an, doch steckte der Band hier noch das elektronische Momentum und die breitbeinige Pose des Vorgängers in den Knochen. Im selben Jahr verließ das Gründungsmitglied Robert Mason die Band, der bisher am Schlagzeug saß.

Der Abgang ist den neuen 13 Songs anzuhören – etwa in „Cruel“, das mit einem pulsierenden Drumcomputer die entfernt an Nu Metal erinnernde Sounds nach vorne treibt.

Ähnlich macht es auch „Miss Millenial“, das sich rhythmisch eher in Hip-Hop-Richtung denn in Rock bewegt. Man möchte sagen: Das, was bei YONAKA 2026 noch an die Crossover-Vergangenheit erinnert, ist das, was Mason an den Drums ersetzt.

Auf den weiteren Schichten des erneut großartig produzierten Sounds des Trios kreist alles um einen rohen Kern: YONAKA spielen 90er Rock, der seine Vorliebe für aktuellen Pop nicht verheimlicht.

Theresa Jarvis schwankt dabei nicht mehr, wie noch auf den Vorgängern, zwischen Sprechgesang, Schreien und Gesang, sondern bleibt (fast den gesamten Albumverlauf) im nach vorne preschenden Rock-Timbre. Und ihre Stimme klingt dabei stärker als je zuvor.

Als treibende Kraft hinter den melodie-getragenen Songs führt Jarvis die Band neben dem 90s Rock-Fokus durch verschiedene Sound-Welten:

„Trouble“ erinnert mit seinen mystischen Backing-Wabern an Alt-Pop von Alice Merton, „Stay A Little While Longer“ traut sich an waschechten Synth-Pop inklusive verfremdeten Gitarren und „Hit Me When I’m Sore“ ist ein melancholischer, (im positiven Sinne) erwachsener Breitband-Hit mit ganz großem Refrain.

„Bite The Bullet“ bleibt im Album der einzige Song, der mit seinem Paket aus bebenden Synthesizern und pointiertem Sprechgesang noch an die YONAKA aus 2021 erinnert. Ansonsten klingt das hier nach einer Band, die trotz abgeschliffener Kanten den Kern aus herausragenden Lyrics, einer glasklaren Produktion und einem Wiedererkennungswert beibehalten hat. Mit einigen Ausflügen in ungewohnte Terrains inklusive.

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