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Anderson .Paak And Cordae – Heavy Is The Crown

Künstlerfoto: Anderson .Paak & Cordae

Eine schwere Krone muss nicht zwangsläufig schwer auf der Musik liegen. Anderson .Paak und Cordae begegnen sich auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Heavy Is The Crown“ in voller Länge mit lässigen Rhythmen, selbstbewusstem Rap und Texten, die auch die weniger glänzenden Seiten des Erfolgs beleuchten.

„Heavy Is The Crown“ setzt dabei weniger auf musikalische Überraschungen als auf das Zusammenspiel zweier Künstler, deren gemeinsame Geschichte bis zur Zusammenarbeit bei „RNP“ zurückreicht.

„58th Floor“ und der damit erste Track macht deutlich, in welche Richtung das Album geht. Der Opener nimmt sich Zeit, baut seinen entspannten Rhythmus auf und ist dabei alles andere als träge. Die Musik drängt sich nicht auf, sondern zieht einen nach und nach hinein.

Mit „Airbender“ kommt anschließend mehr Tempo ins Spiel. Der Track ist kurz, bringt aber genau die Energie mit, die es braucht, um nach dem ruhigen Einstieg nicht auf der Stelle zu treten.

Dass hinter der lockeren Fassade mehr steckt, zeigt „Crown“. Anderson .Paak & Cordae rappen über ihre Entwicklung und darüber, wie sich das Leben mit wachsendem Erfolg verändert. Dabei geht es nicht nur um das Erreichte, sondern auch um die Frage, was auf dem Weg dorthin zurückbleibt. Der Titel bekommt dadurch eine zweite Bedeutung: Erfolg mag nach außen glänzen, bringt aber auch Veränderungen und Erwartungen mit sich.

Noch deutlicher wird das auf „Days Like This“. Der Song treibt mit Bass und Schlagzeug nach vorne, während sich die Texte mit den Ungleichheiten auseinandersetzen, mit denen People of Color weiterhin konfrontiert sind. Die ernste Thematik steht dabei nicht im Widerspruch zur Musik. Gerade dieser Kontrast macht den Track interessant: Die Botschaft ist deutlich, ohne dass der Song dafür seine Energie aufgeben muss.

Zum Abschluss wird es mit „Godfather 2“ noch einmal dramatischer. Ein Operngesang eröffnet das Finale und gibt ihm einen beinahe überlebensgroßen Rahmen. Nach den überwiegend lässigen, rhythmisch geprägten Stücken wirkt dieser Einstieg zunächst ungewöhnlich, passt aber zu einem Album, das sich nicht ausschließlich auf eine Stimmung beschränkt.

„Heavy Is The Crown“ erfindet das Rad nicht neu. Viele Songs bewegen sich in vertrauten Bahnen, und nicht jeder bleibt gleichermaßen im Gedächtnis. Doch die Platte verliert sich auch nicht in dem Versuch, ständig neue Seiten zu zeigen.

Anderson .Paak und Cordae wechseln zwischen Leichtigkeit, Selbstreflexion und gesellschaftlichen Themen, ohne dass das Album auseinander fällt. Gerade die Mischung hält es zusammen: Die Musik darf Spaß machen, während die Texte sich mit Dingen beschäftigen, die weit weniger unbeschwert sind.

Das ist keine radikale Neuerfindung, aber eine Zusammenarbeit, die weiß, was sie aus ihrem gemeinsamen Sound machen kann.

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