Der Vorhang blieb zunächst geschlossen, als Giant Rooks am gestrigen Samstagabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle mit „The Better Life“ ihr Konzert eröffneten. Erst beim zweiten Song, „Blood On The Dashboard“, gab die Band den Blick auf die Bühne frei. Mit ihrer Tour zum neuen Album „If Heaven Exists, This Might Be It“ brachte die Band aus Hamm neues Material und bekannte Songs nach Berlin.
Besonders auffällig war die Reaktion auf die neuen Stücke. Die Crowd sang bereits bei den Songs des neuen Albums textsicher mit. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Band ruhigere Töne anschlug oder das Tempo anzog. Das Publikum klatschte, sang und sprang. Die Begeisterung war in der gesamten Halle spürbar.
Auch auf der Bühne herrschte eine ausgelassene Stimmung. Giant Rooks spielten energiegeladen und mit sichtbarer Freude an der Musik. Kleinere Versprecher bei Ansagen oder im Songtext fielen dabei kaum ins Gewicht. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel zwischen Band und Publikum, das den gestrigen Abend entscheidend prägte.
Für einen Perspektivwechsel sorgte eine zweite, kleinere Bühne mitten in der Halle. Dort spielten Giant Rooks unter anderem „Parachute“, einen der neuen Songs. Die Darbietung brachte einen ruhigeren Moment in den Abend.
Mit „Want It Back“ kehrte die Band anschließend auf die Hauptbühne zurück und brachte die gewohnte Energie zurück in die Halle.
Ein besonderes Highlight war „What I Know Is All Quicksand“. Giant Rooks spielten die Live-Tape-Version, die sie während der Corona-Pandemie veröffentlicht hatten. Als der Song auf der kleineren Bühne erklang, gingen im Publikum zahlreiche Handylichter an. Die vielen Lichter verliehen dem Moment eine besondere Atmosphäre und machten die Darbietung auch visuell zu einem Höhepunkt.
Bei „The Waves“ kam außerdem Solann als Gast auf die Bühne, die auf dem Song als Feature-Gast vertreten ist.
Dass Sänger Fred Rabe die Nähe zum Publikum sucht, zeigte sich bei „Wild Stare“. Mit einer geliehenen Sonnenbrille von einem Fan stand er anschließend mitten im Publikum und sang gemeinsam mit den Menschen um ihn herum. Die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum schien für einen Moment aufgehoben.
Zum Abschluss spielten Giant Rooks „Watershed“, begleitet von reichlich Konfetti, das auch die Ränge erreichte.
Nach einem Abend zwischen ruhigeren Momenten und ausgelassener Partyatmosphäre blieb vor allem das Gefühl, dass Band und Publikum gemeinsam Teil der Show waren.

