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Superfan – My Piledriver Heart

Künstlerfoto: Superfan

Wer sein Projekt Superfan nennt, braucht entweder ein dickes Fell oder ein gutes Album. Kali Priya Flanagan hat für „My Piledriver Heart“ zur Sicherheit ein Cello mitgebracht.

Ein Piledriver ist im Wrestling der Griff, mit dem man den Gegner kopfüber auf die Matte schickt. Auf der Baustelle heißt so die Ramme, die Pfähle in den Boden treibt. Das eine geht auf den Schädel, das andere aufs Fundament. „My Piledriver Heart“ entscheidet sich für die Baustelle.

Mit vier Jahren fing Kali an zu musizieren, mit 11 schrieb er Songs, mit 14 unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag. Und weil überbordendes Talent allein nicht glücklich macht, zog Superfan vor drei Jahren nach Brooklyn, wo ihn eine Szene aufnahm, in der das Cello mehr zu sagen hat als der Algorithmus.

Streicher und tief gestimmte Akustikgitarren, das war entsprechend schon auf dem Debütalbum „Tow Truck Jesus“ wesentlicher Teil des Rezepts, wo Flanagan seine Transition so direkt verarbeitete wie ein Tagebucheintrag. Zuvor veröffentlichte er (damals noch weiblich gelesen) schlicht als Kali.

Album Nummer zwei schaut jetzt aus der Perspektive eines Mannes, der angekommen ist, nach außen. „Ich wollte ein Album über Liebe schreiben, aber nicht aus einer subjektiven Perspektive“, so der Sänger, der inzwischen immer mehr nach Elliott Smith klingt.

Den Opener „In The Gold Room“ hat die US-Presse bereits als eigenwilligen Noise-Folk verbucht.

„Apeiron (Fantasy Football)“ legt Sitar-Drones unter Flanagans Stimme. Damit ist ihm vermutlich der einzige Song mit Football im Titel geglückt, bei dem man an Nick Drake und George Harrison denken kann.

„Picture Of Return“ handelt wiederum von emotionaler Manipulation, bei der sich Streicher wie Nebel über einen Tatort legen. Das klingt alles hochtrabend, wirkt aber gar nicht so. Wer selbst Einflüsse wie Cat Power, Sigur Rós, den japanischen Pianisten Sakamoto und die Indie-Jazzer The Sea and Cake angibt, legt die Latte selbst auch ziemlich hoch.

Der Gefahr, an so viel gutem Geschmack zu ersticken, entgeht Flanagan just mit einer Pop-Sensibilität, die er aus L.A. offenbar noch mitgenommen hat. Den Namen Superfan darf man jedenfalls als Empfehlung lesen.

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