Teenage Fanclub – Do Not Dare To Dream

Hinter dem Titel „Do Not Dare To Dream“ könnte man ein Monument des Scheiterns und des Aufgebens vermuten. Die schottischen Alternative-Rocker Teenage Fanclub gehen ihr 13. Album jedoch ganz anders an.

Im Vorfeld der Veröffentlichung erklärte Frontmann Norman Blake, dass er nicht viel von der Lyrik hoffnungsvoll naiver Träumer hält: „Ich glaube nicht, dass die Welt so funktioniert.“ Der Rest der Band sucht trotzdem irgendwie nach Optimismus und Anlässen zur Freude. Das Endergebnis ist eine Art Kompromiss.

Eigentlich ist diese Einstellung sehr vernünftig. Vielleicht kann sich jeder von uns sich ein Beispiel an der Band nehmen und mithilfe dieses Mindsets den trostlosen Alltag überstehen. Sich nicht in unrealistischen Träumen verlieren, aber trotzdem an kleinen Dingen erfreuen.

Nur ist das nicht unbedingt der fruchtbarste Untergrund für mitreißende Kunst. Die zehn Songs auf „Do Not Dare To Dream“ klingen von Beginn an nach musikalischem Defätismus, denn sie ergeben sich ohne großen Widerstand ihrer Gleichförmigkeit. Nie beißen sie sich, nie brechen sie aus, nie streben sie gegen das Klangkorsett an, nie passiert etwas Unerwartetes.

‚Plätschern‘ trifft diesen gleichbleibenden und dennoch vorwärts fließenden Zustand begrifflich sehr gut. Das Album dümpelt so vor sich hin, dass man eigentlich gerne den Kopf in Phantastereien stecken möchte. Zählt das nach Blakes Aussagen schon als widerständige Geste?

Der sonnige Anstrich von verhallten Gesangsharmonien und Akustikgitarren kann die Lethargie unter der Oberfläche nur halb erfolgreich verbergen. Die seichten Klänge machen auf Dauer schwermütig und träge.

Und so will man beim abschließenden „Young And Wise“ eigentlich nur noch aus dem Fenster oder die eigene Zimmerdecke anstarren. Hier wird tatsächlich kein Monument errichtet, dafür mangelt es Teenage Fanclub an Kraft, Druck und Tatendrang.

Stattdessen legt die Band nüchtern Zeugnis ihrer eigenen Einfallslosigkeit ab, für die der Albumtitel programmatisch steht. Und das ist noch viel deprimierender.

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