Vacations – Pursuit Of Anything

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Manche Alben fühlen sich an, als würden sie einen direkt irgendwohin mitnehmen. „Pursuit Of Anything“ von Vacations macht das auf eine eher unauffällige Art.

Das vierte Studioalbum der australischen Band klingt zunächst gewohnt entspannt, steckt aber voller Gedanken über die eigene Zukunft und die Frage, ob man eigentlich noch dem richtigen Ziel hinterherläuft.

Schon „Congratulations“ gibt dabei die Richtung vor. Die Musik bleibt angenehm zurückhaltend, während Campbell Burns’ Stimme eine gewisse Nachdenklichkeit mitbringt. Es ist kein dramatischer Einstieg, sondern eher einer, der langsam in das Album hineinführt.

Mit „Yesterday“ wird es anschließend etwas luftiger und die für Vacations typischen Gitarren und Synthesizer bekommen mehr Raum.

Überhaupt lebt „Pursuit Of Anything“ von dieser Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie. Die Songs klingen oft warm und verträumt, während die Texte deutlich schwerere Themen behandeln. Burns beschäftigt sich mit dem Gefühl, älter zu werden und gleichzeitig immer noch über die Person nachzudenken, die man früher einmal war.

Gerade dadurch entsteht ein interessanter Gegensatz: Musikalisch wirkt vieles entspannt, inhaltlich steckt dahinter aber immer wieder eine gewisse Unsicherheit.

Besonders deutlich wird das bei „Holy Grail“. Der Song beschäftigt sich mit der Suche nach etwas, das einen glücklich machen soll, und mit dem seltsamen Moment, in dem genau das, was einem eigentlich Freude bereitet, gleichzeitig zur Belastung werden kann. Vacations verpacken diese Gedanken allerdings nicht in eine besonders schwere musikalische Atmosphäre. Stattdessen bleibt der Song melodisch, warm und beinahe leichtfüßig.

Auch „Last Call“ greift das Thema Zeit auf. Der Song fühlt sich zunächst wie einer der lockereren Momente des Albums an, bekommt durch seinen Inhalt aber eine andere Bedeutung. Hinter den eingängigen Gitarren steckt die Frage, ob man im Leben bestimmte Dinge rechtzeitig erreicht.

Genau diese Mischung zieht sich durch das gesamte Album. „Ready Or Not“ wirkt etwas direkter, während „Punchline“ wieder stärker mit Synthesizern und Gitarren arbeitet.

„So Suddenly“ nimmt sich dagegen mehr Zeit und lässt die einzelnen Elemente miteinander verschmelzen. Die Songs unterscheiden sich also durchaus voneinander, bleiben aber trotzdem eindeutig als Vacations erkennbar.

Dabei fällt auf, wie wenig die Band versucht, ihren Sound komplett neu zu erfinden. Wer die Band aus New South Wales bereits länger kennt, wird vieles wiedererkennen. Die verträumten Gitarren, die weichen Melodien und Burns’ eher zurückhaltender Gesang sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Musik.

Trotzdem fühlt sich „Pursuit Of Anything“ etwas reifer an. Die Band scheint weniger daran interessiert zu sein, einfach nur den nächsten großen Song zu schreiben, sondern konzentriert sich stärker darauf, eine gemeinsame Atmosphäre entstehen zu lassen.

„I See Myself In You“ passt besonders gut zu diesem Gedanken. Der Song beschäftigt sich mit der eigenen Familie und der Erkenntnis, dass man mit zunehmendem Alter immer mehr Gemeinsamkeiten mit seinen Eltern entdeckt. Dadurch bekommt das Album noch eine persönlichere Seite. Es geht nicht mehr nur darum, wohin man selbst möchte, sondern auch darum, woher man eigentlich kommt.

Ganz ohne Schwächen bleibt das Album allerdings nicht. Gerade in der zweiten Hälfte ähneln sich manche Songs in ihrer Stimmung recht stark. Die ruhige, verträumte Art der Band funktioniert gut, kann aber dafür sorgen, dass einzelne Stücke weniger deutlich hervorstechen. Das Album fließt dadurch sehr angenehm dahin, hinterlässt aber nicht bei jedem Track den gleichen Eindruck.

Am Ende passt deshalb auch der Titel ziemlich gut zum Album. „Pursuit Of Anything“ handelt von diesem ständigen Streben nach irgendetwas – nach Erfolg, Glück, Liebe. Vacations geben darauf keine eindeutige Antwort. Stattdessen lassen sie ihre Songs zwischen Nostalgie, Unsicherheit und einer erstaunlich großen Portion Gelassenheit stehen.

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