
2002 kam ihr letztes Album heraus und 2007 beging ihr Sänger Brad Delp Selbstmord. Keiner dachte mehr an ein neues Album. Aber jetzt, 2013 ist es soweit: Die Band, die sogar von Nirvana geliebt wurde, ist zurück. Seit 2003 arbeitete Tom Scholz an „Life, Love & Hope“, wieder mal ein Beweis seiner akribischen Arbeitsweise. Den Gesang teilen sich Tommy DeCarlo, Kimberley Dahme, David Victor und Tom Scholz, außerdem sind noch vorhandene Aufnahmen mit Brad Delp vertreten.
Kann man in diesem Fall überhaupt noch von einer Band im eigentlichen Sinne des Wortes reden? Ein ganz klares „Nein“. Hier passt vorne und hinten nichts zusammen. Es klingt wie ein zusammengesetztes Puzzle ihrer alten Alben. Mit „Didin’t Mean To Fall In Love“ befindet sich sogar ein total überflüssiges Remake von „Corporate America“ auf „Life, Love & Hope“. Dann gibt es noch ein Instrumental namens „Last Day Of School“ das Gott sei Dank nur 2:02 Minuten dauert, denn sonst wäre der Einschlaffaktor noch höher.
„Love Got Away“ und „Someday“ sind Songs, die Tom Scholz früher nicht mal für eine B-Kompilation benutzt hätte. Nur manchmal wie bei „Sail Away“, ein Track der noch mit Brad Delps einzigartiger Stimme veredelt wurde, kommt die Klasse früherer Tage zum Vorschein.
Eigentlich wünscht man sich, Tom Scholz hätte sich weitere zehn Jahre Zeit genommen, dann wäre vielleicht ein Album zustande gekommen, das diese Bezeichnung auch verdient hätte. Dies hier ist nur eine traurige Ansammlung, von homogener Atmosphäre braucht man hier gar nicht zu reden. Weiß der Geier was den Perfektionisten Tom Scholz veranlasst hat, „Life, Love & Hope“ überhaupt zu veröffentlichen. Eines hat er auf jeden Fall erreicht und zwar den Ruf einer Legende zu ruinieren.