Nach einem aufsehenerregenden Debütalbum („Sweet Mortality“), dem mindestens genauso beachtlichen Zweitwerk („Inner Smile„) und unzähliger Live-Highlights weltweit, bringt das Züricher Indie-Rock-Quartett Annie Taylor nun „Out Of Scale“ an den Start.
Die im Punk verwurzelte Single „Lucidity“ sorgt bereits seit einigen Wochen für gute Laune und viel Bewegung in den Wohnzimmern der Gefolgschaft. Es geht aber noch kantiger.
Das eröffnende „Alligator“ ächzt im Stile einer Indie-Rock-Perle aus dem Hause L7. Das anschließende „Something Ain’t Right“ ist melodischer Gitarrenpop in Reinkultur. Das sanfte „Fire“ öffnet sich im Refrain und versprüht doch tatsächlich leichten Tito & Tarantula-Charme.
Schon nach einer Viertelstunde schäumt der zuhörende, passionierte Chef-Kategorisierer vor Wut. Annie Taylor präsentieren sich im Frühling 2026 alles andere als festgefahren.
Zwischen der eigenen Garage, dem verschwitzten Club in der Innenstadt und dem wuseligen Open-Air-Ambiente direkt am Zürichsee hinterlassen Annie Taylor ihre Spuren. Die Emotionen fahren Achterbahn. Hoffnung, Angst, Liebe, Chaos: Das Seelenleben von Sängerin Gini Jungi präsentiert sich wie ein offenes Buch.
Auf der musikalischen Ebene präsentiert sich dem Freund von handgemachten Klängen ein wahres Fünf-Sterne-Menü. Manchmal übernimmt eine ganz besondere Atmosphäre das Kommando. Wenige Minuten später fallen Annie Taylor direkt und ohne zu Zögern mit der Tür ins Haus.
„The Cure“ verwandelt die Tanzfläche in ein Rock-Tollhaus. „Overload“ klingt wie eine verschollene Breeders-B-Seite. Und mit dem melancholisch schweren „The Ocean“ beweisen die Schweizer, dass ihnen auch schwermütiger Indie-Pop gut zu Gesicht steht.
Mit ihrem dritten Studioalbum machen Annie Taylor alles richtig. Facettenreiches Songwriting trifft auf handgemachte Spielfreude: So kann der Sommer kommen. Und für den Herbst, den Winter und den anschließenden Frühling ist auch noch was dabei.

