Dinosaur Jr. haben gestern den Song „Several Got Away“ zusammen mit einem Musikvideo veröffentlicht. Es ist die erste Single-Auskopplung ihres kommenden 13. Studioalbums „There Near“, das am 28. August via Jagjaguwar erscheinen wird.
Zum bisher letzten Album der Alternative-Rocker, „Sweep Into Space“, hieß es 2021 im MusikBlog-Review: „Mit ihrer Gabe, Rock-Settings in pop-affine Melodien zu verwandeln, bleiben die Altmeister auf Album-Länge so unverwechselbar, wie auf ihm die tendenziell sixties-lastigen Lou-Barlow-Beiträge, „Garden“ und „You Wonder“ zu identifizieren sind. […] Dinosaur Jr. bleiben in dieser Form „unaussterbbar“.“
Genau diese Form führen sie auf mit „Several Got Away“ fort. Erneut treffen schrammelnde Gitarren und warmer Fuzz auf J Mascis‘ dezent kratzigen Gesang, bei dem man nie genau sagen kann, worüber er gerade sinniert. Getreu dem Motto: „Wenn ich einen Song schreibe, weiß ich selbst oft nicht genau, worum es darin geht.“
Die fünf Jahre nach „Sweep Into Space“ wurden nicht besonders ausgeglichen am neuen Album gearbeitet. Stattdessen wurden die 11 Songs in kurzen, intensiven Arbeitsphasen über den Zeitraum nur eines Jahres geschrieben und aufgenommen.
Regisseur Guy Kozak kommentierte den Videodreh wie folgt: „Ich wollte etwas mit einem Augenzwinkern machen, das sich wie ein kleiner Hinterhof‑Film anfühlt und gut in den bestehenden Kanon der [Dinosaur-Jr.]‑Videos passt.“
Und auch zum Thema Zeitdruck äußerte er sich: „Wegen des engen Zeitplans musste ich an einem Wochenende eine Menge über visuelle Effekte lernen, aber ich bin sehr zufrieden damit, wie alles geworden ist.“
Hauptinspiration war dabei ein Gemälde des Chicagoer Outsider-Künstlers Henry Darger. Das Bild stammt aus seiner unveröffentlichten, 15.000 Seiten starken Fantasy-Geschichte „In The Realms Of The Unreal“ und zeigt eine Gruppe Kinder, die von einem Paar großer, körperloser und flammender Hände heimgesucht wird.
Im Video zu „Several Got Away“ terrorisieren die Hände die Bandmitglieder beim Fotoshooting. Einer nach dem anderen wird von ihnen aus der Welt und in den Himmel gerissen; bei Frontmann J Mascis ist aber noch ein kleiner Abstecher ins Fegefeuer nötig.

