DIIV haben heute ihre neue Single „Kid“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „ZIRP!“, das am 30. Oktober via Fantasy Records erscheint.
Manchmal muss man Bands einfach machen lassen – und genau das tun DIIV gerade recht eindrucksvoll. Mit „Kid“ liefert die vierköpfige Band um Zachary Cole Smith, Andrew Bailey, Colin Caulfield und Ben Newman den zweiten Vorgeschmack aus ihrem kommenden Werk nach.
Auf ihrem fünften Album bekennen sich DIIV nun offen und mit spürbarer Lust zu dem, was sie eigentlich schon immer waren: eine Band, die nie zwischen Underground-Ethos und Pop-Instinkt wählen musste. Beides bildete für DIIV schon immer zwei Magnetpole derselben Identität.
Wer den Vieren also unterstellt hat, ständig zwischen zwei Welten zu pendeln, liegt damit falsch. DIIV beantworten stattdessen eine Frage, an der viele Bands scheitern: Wie klingt erwachsen werden, wenn man dabei nicht spießig, sondern schöner wird?
Der Titel des Albums, „ZIRP!“, verweist auf die Nullzinspolitik („Zero Interest Rate Policy“), jene Ära gescheiterter Start-ups und atomisierter „User“, und knüpft damit an die gesellschaftskritischen Themen des Vorgängers „Frog In Boiling Water“ (2024) an.
Über das Album schrieb MusikBlog im Review, die Band schaffe „mit den verzerrten Mitteln des Shoegazes und der Geschwindigkeit des Dream-Pop formidablen Slow-Core“.
Produziert hat das neue Album Pop-Wunderkind A. G. Cook, bekannt durch seine Arbeit mit Caroline Polachek und Charli XCX. Ursprünglich sollte er die Demos im Stil von „Screamadelica“ zerlegen und neu zusammensetzen – ein Ansatz, der sich für ihn „völlig falsch“ anfühlte.
Stattdessen wurde er zum DIIV-Nerd, besuchte Konzerte und bestand darauf, das Schlagzeug live einzuspielen, noch bevor die Songs überhaupt fertig waren.
Das Ergebnis nennt sich selbstbewusst „The New Alternative“ – ein Genrebegriff für die algorithmisch optimierten 2020er, in denen eine Milliarde Streams keine Utopie mehr ist.
Und zum Schluss noch ein Blick aufs Musikvideo: Wer bei „Kid“ auf glattpolierte Ästhetik gehofft hatte, liegt daneben.
Regisseur Jaxon Whittington filmt aus der wackeligen Perspektive eines Kindes und rückt immer wieder Spielzeugfiguren statt der Musiker ins Bild.
Passend, schließlich standen hinter der Kamera tatsächlich Kinder: Roy, der Sohn von Zachary Cole Smith, und dessen Freund Julian.

