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Julia Jacklin – The Gem

Julia Jacklin – The Gem

Nach drei Soloalben und unzähligen Wochen auf Tour wagte Julia Jacklin im vergangenen Jahr einen Blick in den Rückspiegel. Eine intensive und ereignisreiche Zeit lag hinter der australischen Sängerin. Für ihren vierten Longplayer „The Gem“ wollte sie sich etwas mehr Zeit nehmen und sich mit ihrer ganz persönlichen, immer wiederkehrenden Lebensfrage beschäftigen: Wie kann man lieben und geliebt werden und sich dabei trotzdem frei fühlen?

Die größte Kraft des Lebens bildet das Themenfundament auf „The Gem“, einem Album, benannt nach einer Musikkneipe in Melbourne. Über dieser Bar befindet sich auch ein kleines Studio. Dort erblickten die neuen Songs das Licht der Welt.

Die Suche nach Antworten startet mit komprimierten Drums und unaufgeregter Gitarrenarbeit. Jacklins markante Stimme erinnert an Maggie Rogers. Die lockeren Rhythmen und das leicht crunchige Zusammenspiel zwischen Bass, Gitarre und Gesang hätte wohl auch im „Tuesday Night Music Club“ gut funktioniert („Brand New“, „God Sometimes“).

Die Stimmung bleibt entspannt. Der Sound kommt erdig, mit Ecken und Kanten und retroeskem Anstrich. Das melancholische „If I Had The Hand Of God“ hat ganz viel Schwermut mit im Gepäck.

Mit dem anschließenden „The Hardest Thing“ nimmt Julia Jacklin den Klangball auf, verpasst dem Ganzen aber mehr Energie und Hoffnung.

Jacklin singt von beendeten Beziehungen, dem alltäglichen Kampf mit sich selbst und dem von Hoffnung getragenen Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und der Zukunft („Angel Vision“).

Spielerisch leicht schafft sie es, ihre klagende Stimme in ein balladeskes Kissen zu betten und ringsherum die Menschen zum Tanzen einzuladen („Real Life“).

„Get Away From Me („I Think I’ll Love You Soon“) ist ein beschwingter Jangle-Rocker, bei dem ein Tom Petty (Gott hab ihn selig) bestimmt gerne seine Finger mit im Spiel gehabt hätte.

Das sechsminütige „Walk On Me“ baut sich seufzend auf und entlädt am Ende jede Menge Wut und Energie.

Für den letzten Song „I Wish“ arbeitete Jacklin mit den Schwestern Elsie und Maggie Rigby von The Maes zusammen. Es geht um Veränderung, Entwicklung und um den Umgang mit der eigenen Lebensreise. Harmonische Gesänge vereinen sich mit sanftem Folk. Ein schöner Abschluss.

Der Abend im „The Gem“ geht zu Ende. Die Pforten schließen sich. Glückliche Gesichter verabschieden sich in die Nacht.

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