Julia Jacklin hat gestern zusammen mit The Maes die neue Single „I Wish“ veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „The Gem“, das am 25. September via 4AD erscheint.
Julia Jacklin hat lange geschwiegen. Wer die neue Single „I Wish“ hört, versteht auch, warum: Vier Jahre nach ihrem letzten Album kehrt die australische Songwriterin mit einem Song zurück, der einem regelrecht die Luft aus den Lungen presst.
Julia Jacklin meldet sich vorsichtig zurück, mit einer Zerbrechlichkeit im Ton, die verrät, dass sie sich noch einmal ihrer eigenen Vergangenheit stellt.
„Oh, I wish I had help back then / Oh, I wish I had better friends“ – die Eröffnungszeile von „I Wish“ trifft direkt und ungeschönt. Es ist einer dieser Songs, die Jacklin an ihr jüngeres Ich richtet, karg instrumentiert mit Akustikgitarre und den Harmonien der Rigby-Schwestern vom australischen Duo The Maes.
„I Wish“ ist die zweite Auskopplung aus dem kommenden vierten Album „The Gem“, nach „Get Away From Me (I Think I’ll Love You Soon)“, und markiert Jacklins Einstand beim Label 4AD.
Wer sich noch an „PRE PLEASURE“ von 2022 erinnert, weiß, wie klug sich Julia Jacklin zwischen den Genres bewegen kann: damals servierte sie laut MusikBlog-Review „folkigen, erdigen Indie-Pop, der zwar immer gitarrenlastig, aber nach wie vor äußerst filigran und wohl temperiert mäandert“. Ein Balanceakt, den sie nun auch auf „The Gem“ fortsetzt, nur mit mehr Mut zu Verletzlichkeit.
Aufgenommen wurde „The Gem“ in Melbourne, benannt nach einer kleinen Kneipe in Collingwood, in der Jacklin nach ihrem Umzug aus Sydney 2017 heimisch wurde.
Über der Bar liegt das Rat Shack Studio von Produzent Robert Muinos, mit dem sie zusammen mit Jacob Diamond (Gitarre), Mimi Gilbert (Bass) und Jess Elwood (Schlagzeug) monatelang aufgenommen hat.
Statt der gewohnten zwei Wochen brauchte es fast ein Jahr, bis das Album fertig war. Über den Prozess sagt Jacklin: „‚The Gem‘ fühlte sich an wie eine Metapher für den ganzen Prozess, weil vieles sich wie Graben anfühlte. Ich hatte das Gefühl, fast im Dunkeln zu graben und einfach darauf zu vertrauen, dass ich etwas finden würde.“
Am letzten Aufnahmetag ließen sich Band und Crew ein kleines Opal-Tattoo stechen – Jacklins Lieblingsedelstein.
Und damit schließt sich der Kreis: Wer „I Wish“ hört, ahnt, dass Julia Jacklin auf ihrem neuen Album tief im Alten gräbt – mit einer Ehrlichkeit, die wehtut, aber genau deshalb so gut trifft.
