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Olafur Mowa – Post Internet Era

Künstlerfoto: Olafur Mowa

Der isländische Vorname macht den Protagonisten Olafur Mowa, der jetzt mit „Post Internet Era“ via Staatsakt sein Solo-Debütalbum vorlegt, nicht automatisch zum Arrangeur nordisch-mystischer Soundwelten. Er kommt auch gar nicht aus dem Land mit der mutmaßlich größten Musikerdichte in Europa, Olafur Mowa ist im Kreativ-Schmelztiegel Berlin verwurzelt.

Olafur hat sich hier und darüber hinaus als Sänger und MC der Band GiGi Blow erfolgreich durch die Szene gegroovt und mit „Take Shit Get High“ das Stimmungsbild seiner Platte bereits vorab verortet.

Auf „Post Internet Era“ zu hören ist eine kratzige Bestandsaufnahme urbanen Lebens, in dem sich die Seitwärtsbewegung persönlicher Entwicklung und der Glaube an die zu Füßen liegende Welt die Waage halten, der Grat zwischen „Tomorrow Isn‘t Guaranteed“ und „Kids Without Fear“ bleibt schmal.

Eine Karre und ein bisschen Dope – zwischen Desillusionismus und Aufbruchstimmung braucht es nicht mehr Accessoires als die, die auf dem Cover seiner Platte zu sehen sind. Im Moment zu leben und diesen als ein aus der Mode gekommenes Selbstporträt festzuhalten, zelebriert Olafur Mowa nicht nur mit „Selfie At The Beach“.

Einsteiger „Roadtrip“ klingt wie eine Lo Fi-Tour rund um die Hauptstadt, musikalisch stellen sich die 13 Tracks über das Album hinweg dann viel breiter auf, finden mit synthetischen und konventionellen Equipment zu einer eigenen Pop-kulturellen Sprache, die sich im Spannungsfeld von Rebellion und der Suche nach einem Fluchtpunkt ansiedelt.

Für „Take Me Where The Ships Are Stranded“ legt sich eine feine Melodie über den Dub-Bass, der in einem schwelgerischen Refrain mündende Tune von „Hide My Face“ wird von Frickel-Elektronik durchkreuzt.

„November“ mit Donkey Kid – schon auf der ersten Single Feature-Gast und beim Produzieren in einer tragenden Rolle – turnt auf einem entkernten Klanggerüst und träumt von besseren Tagen im Sommer.

„Mazzy Star“ nivelliert Melancholie auf Club-Niveau, „Hard Feeling“ hat dialektlose Mike Skinner-Aura an Bord. Mit „heaven is a place on earth with you“ drückte Lana Del Rey einst aus, womit Olafur Mowa per „Heaven Is A Hotel Room With You“ einen unprätentiösen Indie-Hit macht.

Präziser als auf „Post Internet Era“ kann das Lebensgefühl von Adeloszenten in der Anonymität von Metropolen akustisch kaum dokumentiert werden.

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