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Der Geist des New Wave schwebt immer mit – Newmen im Interview

Newmen (Credit Fisherman Records)Newmen ist eine neue deutsche Band aus Frankfurt. Mit ihrem Debüt „Rush Hush“ liefern sie uns ein Album ab, wie man es nicht aller Tage zu hören bekommt. New Wave wird hier mit modernen Sounds verbunden. Auch an Ohrwürmern wird nicht gespart, bestes Beispiel hier das Stück „Monica“. Newmen stehen noch am Anfang ihrer Karriere, aber liefern uns Material, das sich anhört, als wären hier erfahrene Füchse an der Arbeit gewesen. Die „Neuen Männer“ erzählten uns im Interview, was sie an den 80ern fasziniert, von ihrer Liebe zu New Order und was sie tun wollen, um in der heutigen Musikbranche nicht in Vergessenheit zu geraten.

MusikBlog: Euer Debüt Album „Rush Hush“ steht an. Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass gleich das erste Album veröffentlicht wird?

Newmen: Es ist ein sehr großes Gefühl der Freude, das bei uns momentan herrscht. Wir können es kaum erwarten, dass unser „Baby“ endlich auf dem Markt kommt. Es steckt ja auch eine Menge Arbeit in „Rush Hush“. Newmen gibt es jetzt schon seit zwei Jahren, da herrscht doch Vorfreude. Wir sind jetzt aber nicht direkt nervös.

MusikBlog: Ihr gebt als eure Vorbilder Velvet Underground und Sonic Youth an. Was fasziniert euch an diesen Bands?

Newmen: Es sind vor allem die offenen Songstrukturen, die uns an den beiden Bands faszinieren. Aber gleichzeitig auch der treibende Sound, der einem ein meditatives Gefühl vermittelt. Unsere Songs hören sich jetzt, musikalisch gesehen, nicht direkt nach Velvet Undergound und Sonic Youth an, aber der Geist der beiden Bands schwebt doch mit.

MusikBlog: Auch der Geist des New Wave. Wie kam es denn zur Liebe der 80er Jahre Töne?

Newmen: Die 80er waren sehr song-strukturiert und es war auch die Zeit der Experimente mit den Synthesizer-Sounds. Vom künstlerischen Standpunkt aus gesehen, war es eine sehr innovative Phase. Wir sind vor allem vom französischem New Wave beeinflusst worden. Mit dem aufkommenden New Wave Revival bekommen viele Bands der 80er endlich die Anerkennung, die sie schon seit langem verdient hätten.

MusikBlog: Bei einigen Stücken hört man Basslinien, die klingen, als wäre Peter Hook bei euch im Studio aufgekreuzt.

Newmen: Vielen Dank für das Kompliment, das ehrt uns wirklich sehr. Wir lieben New Order und somit haben sich auch ihre Sounds bei uns eingemischt. Die Basslinien von Peter Hook sind ja auch legendär. Es ist jetzt nicht ein bestimmter Fan von New Order unter uns, aber wir schätzen diese Band einfach sehr.

MusikBlog: Eure Stücken stecken voller Energie, aber gleichzeitig schwimmt auch ein melancholischer Unterton mit.

Newmen: Es ist ja so, dass der ursprüngliche New Wave eine sehr lebendige Musikrichtung war, aber es steckte auch viel Melancholie darin. Die Bands verstanden es eben, dieses Nachdenkliche mit lebhaftem Pop zu verbinden. Wir haben übrigens unsere Lieder mit Instrumenten aus den 80er eingespielt und dies dann mit zeitgemäßer Produktion verbunden. Also ist es praktisch ein Mix aus Alt und Neu.

MusikBlog: Besonders hervorzuheben ist das Stück „Monica“. Was hat das Lied für eine Bedeutung?

Newmen: Textlich gesehen hat das Lied keine größere Bedeutung. Musikalisch ist es aber ein sehr wichtiger Song für uns. Hier kommt alles zusammen, was unsere Musik ausmacht: Ein offener Refrain, lange Strukturen und Gitarren, die fast schon trance-ähnlich daherkommen. Das alles wird immer Laufe des Stücks immer größer und der ganz Sound wird aufgetürmt, bis am Ende alle Komponenten miteinander harmonieren.

MusikBlog: Heutzutage ist es ja nicht mehr einfach, in der Musikindustrie als Band zu überleben. Wie wichtig ist das Touren, damit man in aller Munde bleibt?

Newmen: Natürlich ist auf Tour zu gehen heute wichtiger denn je, obwohl es schon immer wichtig war. Aber wenn man viel live spielt, erreicht man auch ein breiteres Publikum und wird als Band bekannter mit der Zeit. Wir schauen jetzt nicht unbedingt auf die Verkaufszahlen unseres Album, auch wenn wir natürlich froh sind, wenn es sich gut verkauft. Aber vor allem geht es uns um unsere Musik, die ist uns am Wichtigsten.

MusikBlog: Reichen denn die Songs von dem Album aus?

Newmen: Wenn man mit einem Debüt auf Tour geht, spielt man natürlich auch Cover-Versionen. Wir haben zum Beispiel den Song „Heaven“ vom Rolling Stones Album „Tattoo You“ mit im Programm. Die Stones sind für uns kein allzu großer Einfluss, aber wir lieben dieses Lied einfach und finden, dasss es gut in unser Repertoire passt.

MusikBlog: Gibt es schon neue Songideen?

Newmen: Ja, wir haben schon die Hälfte für das neue Album fertig. Das geht bei uns ziemlich schnell, weil wir einfach für die Musik leben. Das neue Album wird auch zeitnah erscheinen, wir lassen da nicht viel Zeit verstreichen. Es ist auch wichtig in der heutigen Musikbranche, produktiv zu sein, sonst ist die Gefahr groß, dass man schnell in Vergessenheit gerät.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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