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Da werden wir auch in Zukunft nicht von abrücken – WOMAN im Interview

Da werden wir auch in Zukunft nicht von abrücken – WOMAN im Interview

Mit kosmisch-elektronischem Pop wollen die drei Jungs von WOMAN die Musikwelt erobern. Die erste EP „Fever“ schlug im vergangen Jahr bereits hohe Wellen. Nun gehen Manuel, Carlos und Milan den nächsten Schritt. Die drei Rheinländer veröffentlichen nun ihr Debütalbum „Happy Freedom„. Produziert wurde das Album vom Bilderbuch-Soundmacher Zebo Adam, einem Klang-Experten, der genau weiß, was es braucht, um ganz vorne im Business mitzuspielen. Es ist also alles angerichtet für das Trio aus Köln. Im Zuge der Promo für das Debütwerk trafen wir uns mit Manuel Tran (Gitarre, Gesang, Keyboard) und sprachen über einschneidende Herzschmerz-Momente, anstrengende Festtage und verantwortungsbewusstes Arbeiten.

MusikBlog: Manuel, drei Männer nennen sich WOMAN. Wie kommt’s?

Manuel Tran: Wir haben uns zu einer Zeit getroffen, in der es die Liebe nicht so gut mit uns meinte. Da lag es nahe, die Ursache der Tristesse mit in das große Ganze einzubeziehen. (lacht)

MusikBlog: Geht’s euch denn heute besser?

Manuel Tran: Definitiv besser als vor fünf Jahren.

MusikBlog: Damals habt ihr euch im Belgischen Viertel in Köln kennengelernt. Es sei wohl „Liebe“ auf den ersten Blick gewesen. Stimmt das?

Manuel Tran: Ja, das kann man schon so sagen. Da war sofort eine ganz besondere Atmosphäre präsent. Wir kamen zwar alle aus völlig verschiedenen musikalischen Richtungen. Aber das stand uns überhaupt nicht im Wege. Ganz im Gegenteil. Wir sind total unbeschwert und locker an die Sache rangegangen und haben schnell gemerkt, dass es super passt.

MusikBlog: Von welchen „verschiedenen musikalischen Richtungen“ reden wir?

Manuel Tran: Naja, Milan und ich, wir spielten vorher in einer Post-Rock-Band. Da ging es ziemlich wild zu. Es war laut, dreckig und gemein. (lacht)

MusikBlog: Und der Carlos?

Manuel Tran: Der hatte vorher ein Techno-Projekt am Start, mit dem er auch ganz gut rumgekommen ist. Ich denke, dass wir privat auch immer noch unsere eigenen musikalischen Wege gehen und uns auch von unserer Vergangenheit inspirieren lassen. Aber die Mischung klingt heute natürlich anders.

MusikBlog: Ihr musiziert jetzt seit fünf Jahren zusammen. Gab es während dieser Zeit einen bestimmten Moment, in dem dir klar wurde, dass das Ganze mal richtig groß werden könnte?

Manuel Tran: Bei mir hat das ein bisschen gedauert. Mich hat’s erst erwischt, als die Platte komplett im Kasten war. Das war Heiligabend 2016. Da sind wir in Wien nachts um fünf ins Bett gefallen. Das war so ein Oha!-Moment. Da wurde mir bewusst: Jetzt sind wir mit dem Album durch. Jetzt geht’s richtig los.

MusikBlog: Geht einem nicht vorher schon ein Licht auf, wenn man erfährt, dass ein gewisser Zebo Adam für den Sound des Albums zuständig sein wird?

Manuel Tran: Ja, schon. Aber die Tatsache allein hat mir nicht gereicht. Es war ja noch nichts im Kasten. Ich bin da eher so gepolt, dass ich erst Dinge fertigstellen muss, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob mich das irgendwie weiterbringt. Die Euphorie stellt sich bei mir immer erst nach getaner Arbeit ein. (lacht)

MusikBlog: Wie kam denn überhaupt der Kontakt zu Zebo zustande?

Manuel Tran: Das lief eigentlich ganz unspektakulär. Er hatte über Umwege Demos von uns zugeschickt bekommen. Naja, und dann rief er uns irgendwann an und fragte, ob er uns nicht mal in Köln besuchen könne. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt. Wir waren dann lecker essen, haben uns ausgetauscht und Nägel mit Köpfen gemacht.

MusikBlog: So einfach kann es gehen.

Manuel Tran: Ja, manchmal stellt einem das Leben keine sonderlich großen Hürden vor die Füße.

MusikBlog: Woran machst du persönlich euren Erfolg fest?

Manuel Tran: Ich denke, dass die Mixtur aus elektronischem Pop und aussagekräftigen Texten noch nicht allzu weit verbreitet ist. Das spielt uns natürlich in die Karten.

MusikBlog: Warum tut sich die Pop-Branche so schwer, wenn es um nachhaltige Lyrics geht?

Manuel Tran: Ach, es gibt schon Ausnahmen. Man muss halt eher abseits der Charts suchen. Dort wird man schon fündig. Grundsätzlich ist es, glaube ich so, dass, je schicker und glänzender die Verpackung, desto weichgespülter der Inhalt. Das läuft aber in allen Branchen so. Uns ist einfach wichtig, dass wir die Leute mit unserer Musik und unseren Texten auch zum Nachdenken anregen.

Wir gehen jetzt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Bühne. Aber wir sprechen Dinge, die uns auffallen, und die wir kritisch verfolgen, schon offen an. Wenn man die Chance hat, auf einer Bühne seine Meinung vorzutragen, dann sollte man damit auch verantwortungsvoll umgehen. Tanzen und Spaß haben ist ja schön und gut. Aber die Leute sollen nach unseren Konzerten auch was mit nach Hause nehmen. Da sind wir ganz klar. Und da werden wir auch in Zukunft nicht von abrücken.

MusikBlog: Daumen hoch. Zur Nachahmung empfohlen.

Manuel Tran: Ja, es wäre schön, wenn noch viel mehr Bands und Künstler den Mund aufmachen würden.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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