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The Black Keys – Live im Zenith, München

Künstlerfoto: The Black Keys

Wer am gestrigen Mittwochabend vor dem ausverkauften Zenith geduldig auf den Einlass wartete, konnte nicht den Eindruck gewinnen, hier finde ein Treffen der alten Männer statt, denn zwischen den vielen weißen Bärten und vergilbten Harley Davidson T-Shirts waren auch einige junge und weibliche Besucher*innen zu finden.

The Black Keys sind seit einem Vierteljahrhundert im Geschäft, ihr im Mai erschienenes Album „Peaches!“ besteht ausschließlich aus Blues- und Rock’n’Roll-Covers, Musik, die man mit einem Faible für vergangene Epochen zu schätzen lernt.

Den Abend eröffnete Robert Finley, ein 71-jähriger US-amerikanischer Blues- und Soulsänger von Dan Auerbachs Label Easy Eye Sound. Finley spielte mit seiner Band ein funkiges, körperlich lockeres Set, das dem Publikum die Richtung wies: Groove & Riff.

Nach einer dreiviertelstündigen Umbaupause und dem Intro „Harlem Shuffle“ vom Band, betraten The Black Keys um 20:45 Uhr die Bühne und starteten mit „I Got Mine“, gefolgt vom Hit „Fever“ vom 2014er „Turn Blue„.

Patrick Carney hatte sein Schlagzeug ganz nach vorn an den Bühnenrand gerückt, direkt neben Dan Auerbach. Die vier Mitmusiker*innen blieben im hell erleuchteten Hintergrund vor großer Leinwand mit The Black Keys in großen Lettern. Das Duo, das seine Sonnenbrillen bis zum Schluss nicht ablegte, war damit, was es einmal in Akron, Ohio war: zwei Männer nebeneinander, nun in ihren besten Jahren.

Die Songs der Black Keys bestehen ja größtenteils aus Gitarrensoli, und so wurden die Pausen dazwischen – wenn man nur Bass und Schlagzeug hörte und den bluesigen Groove spürte – vom Publikum entsprechend gefeiert, wie beispielsweise bei „Howlin‘ For You“.

„I Wanna Be Your Dog“, das Stooges-Cover, geriet zur verlängerten Version und eskalierte mit schnell blinkenden, fast schon stroboskopischen Lampen von der Bühnenwand. Nichts für alte Männer mit lichtempfindlichen Augen.

Was diesen Abend von einem QOTSA-Konzert unterschied, mit denen The Black Keys die Vorliebe für schwere Riffs teilen, war die funkige Lässigkeit mit einem Groove, der nicht drückte, sondern anschob. Nirgends kam das deutlicher zur Geltung als bei „She’s Long Gone“, dem Abschluss des Hauptteils, bei dem die ganze Halle zu wippen begann und man für einen kurzen Moment Jon Spencer grinsend an der Hallendecke wähnte.

Carney warf danach seine Drumsticks ins Publikum (eine Geste, die man zuletzt bei Lars Ulrich von Metallica gesehen hatte, dort allerdings aus deutlich größerer Entfernung) und die Band zog sich für eine kurze Pause zurück.

Die Zugabe machte dann mit den Krachern „Little Black Submarines“ und „Lonely Boy“ nochmal alle wach und die Zuschauer*innen zeigten, dass sie nicht nur leise summen, sondern auch laut mitsingen konnten.

Kein Konzert für alte Männer. Eines, das erklärte, warum so viele von ihnen gekommen waren.

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