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The Black Keys – Turn Blue – Der Tanz in der Wüste

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2014 findet abermals eine Neuausrichtung bei den Black Keys statt. So trotzig wie auf dem Vorgänger „El Camino“ geht es auf ihrem neuen Werk „Turn Blue“ zu keinem Zeitpunkt zur Sache. Die Produktion, einmal mehr von Danger Mouse, wirkt so clean und warm wie noch nie in der Geschichte des Duos. Fast schon ausufernd instrumentieren sie ihre Songs.

Welchen Weg Auerbach und Carney zurückgelegt haben, zeigt sich bereits im mehrfach ansetzenden, pausierenden, die Stimmung wechselnden Opener „Weight Of Love“. Der verkopfte Progressiv-Rock von Pink Floyd klingt darin genauso an wie das entspannte Westcoast-Genudel der Eagles oder der sanfte Easy-Listening-Elektro-Pop von Air.

Der Schmelz der späten Eagles, ungefähr zum Zeitpunkt von „I Can’t Tell You Why„, dominiert auch das Titelstück, in dem Auerbach vom Abgrund der Liebe faselt. Eine anstrengende und wie man hört sehr hässliche Scheidung war bestimmend für die balladeske Grundhaltung der neuen Songs von Auerbach. Der Mann hat den Blues.

„Turn Blue“ ist daher inhaltlich ein Konzeptalbum im Stile von „Here, My Dear„. Aber auch musikalisch bleibt der Blues letztlich und bei allen Vorstößen in stilistisch abseitige Gefilde der Takt, auf den sich das Album immer wieder einschwingt. Manchmal ganz offensichtlich, wie in „In Time“ oder „It’s Up To You Now“ mit Carneys wuchtigen Drums und schwingenden Bo-Diddley-Rhythmen. Und manchmal versteckt, unter Beatles-Zitaten („In Our Prime“), Brit-Pop („Fever„), Steely Dan („10 Lovers“) oder Sixties-Psychedelia („Bullett In The Brain“).

Der 34-jährige Frontmann zeigt sich als natürlich gereifter Performer, bei dem zwischen Southern Rock und schwerelosem Soulfalsett oft nur ein trockener Taktschlag liegt. Mittlere Tempi und in Hip-Hop-Manier geschichtete Texturen mit Psychedelic-Schlagseite prägen das Bild, dabei fehlt nie eine starke Groove-Unterlage.

Man kann sich die Frage stellen, ob dieser Pomp wirklich notwendig gewesen war. Den Songs selbst fehlt es eigentlich nicht an Substanz, sie würden wohl auch ohne Piano-Einwürfe und Keyboards gut funktionieren. Aber warum eigentlich nicht ein wenig an der Produktions-Schraube drehen, zumal der Sound immer noch nach Black Keys klingt.

Bislang klangen die Herren aus Akron mit jedem neuen Album anders. Man darf also weiterhin gespannt bleiben, wohin die Reise geht. „Turn Blue“ funktioniert genauso gut als Painkiller unter Kopfhörern wie als Rauschmittel auf der Tanzfläche.

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