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Bonaparte – Paradise If You Can Stand It

Künstlerfoto: Bonaparte

Jubiläen liefern in der Musik-Branche immer einen guten Anlass, das Ereignis mit einer Tour zu feiern, dato nutzt auch Bonaparte die Gelegenheit, um eine anlassbedingte Konzertrunde zu drehen.

20 Jahre sind vergangen, seit Tobias Jundt auszog, mit seinem Thrash-Zirkus die Indie-Welt schillernd zu bereichern und als „Party Kaiser“ mit seinem Hofstaat auf und vor den Bühnen der Welt für „Anti-Anti“-Anarchie zu sorgen.

Und damit es nicht bei dem Material bleibt, mit dem Bonaparte mit 700 Shows in 27 Ländern die Clubs eskalierten, gibt es vorab ein neues Album. „Paradise If You Can Stand It“ heißt des Werk und was viele Fans schwer aushielten, geschweige denn paradiesisch fanden, war die resignative Aura, die dessen Vorgänger „Was Mir Passiert“ umwehte.

Davon ist die neue Ausgabe ein gutes Stück entfernt, ist dabei hörbar mit dem Vorsatz unterwegs, die Leichtigkeit, die einst in der Berliner Bar25 ihren Anfang nahm, zu restaurieren.

Der Opener ist dann auch der „Last Song“, der sich mit geordneter Kakophonie gegen eine – zumindest im Ansatz vorhandene – Melodie sträubt, während im Rest der Aufnahmen ein groß angelegter Genre-Clash veranstaltet wird, dessen enthaltenen Botschaften sicher schon einmal subtiler – „(Cassette#7)_Human Right“ verkündet im Lo Fi-Design „being a loser is a human right“ eher trotzig, denn überzeugend – formuliert waren.

Nachdem „Romántico Perdido“ noch nahe legt, Bonaparte wäre Feature-Gast bei Manu Chao, kommt die Energie des Titeltracks dem gleich, womit bei ihren Konzerten der Turbo gezündet wird.

Auch der Funk-Pop von „Little People“ zwingt geradezu auf den Dancefloor und die Synthies von „Obey (There Is Still A Riot Going On)“ surfen die große 80s-Welle. Elegant hingegen das Ethno-poppige „Feel Home“ mit der Stimme der mallorquinischen Musikerin Júlia Colum.

„Everybody President“ ballert wie das überdrehte „Brain Rot“auf Atari-Teenage-Riot-Grundierung, und wüsste man nicht, dass hier Bonaparte seinen Spaß an beinahe dreister Unbekümmertheit hat, könnte „Low Key Gringe“ für ein Auftragswerk vom TV-Sender Kika gehalten werden.

„Paradise If You Can Stand It“ ist ein Album mit deutlich mehr Bonaparte-Branding als auf „The Return Of Stravinsky Wellington“ oder „Was Mir Passiert“ zu finden war.

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