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Bonaparte – Was Mir Passiert

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Sind Sie noch dagegen oder geben Sie schon auf? Eindeutiger lässt sich das selten beantworten. „Was Mir Passiert“ ist der Album gewordene Stilbruch. Tobias Jundt alias Bonaparte will endgültig nicht länger die „Anti Anti“-Spasskanone sein. Er scheitert jetzt in Schönheit und hört Bilderbuch.

Die Nähe zu den Überfliegern des neuen Austro-Pop zeigt sich schon am Cover. Die Sprache gleicht sich der von Maurice Ernst an. Es ist Bonapartes erste, fast ausnahmslos deutschsprachige Platte, die Sätze lit, der Duktus kurz.

„Letzte Runde Bergheim, ab jetzt nur noch Brause, acht Punkte in Flensburg, jeder Urlaub zu Hause“, singt der gebürtige Schweizer im Afrobeat geschwängerten Bläserstück „Is Ok (Lieben For Life)“. Sowohl Hüftschwung als auch die Finesse von Bilderbuch gehen ihm dabei allerdings ab.

Er kompensiert mit Funk und Soul und den kleinen Vibes aus Abidjan, am Atlantik der Elfenbeinküste gelegen, wo er das Album schrieb und produzierte und doch mit dem Kopf im Sand landete. „Was Mir Passiert“ ist deutlich bedröppelter, als es die Zutaten hergeben würden.

Die Elegie steigert sich zuweilen sogar in mehr als bloße, temporäre Sinnkrise. Man fühlt die Midlife-Crisis des Status Quo, der sich bis zum Nihilismus ausdehnt, wenn Jundt in der „Weinbar“ fragt „Wann hast du das letzte Mal geweint?“ Und direkt hinterher schiebt: „Warum soll man nicht heulen in diesem schlaffen gelben Licht/ Das kurze kleine Leben, nur Idioten weinen nicht.“

Ausreißer sind das von Farin Urlaub und Bela B gefeaturete „Big Data“. Die Ärzte nehmen dort die Schwere, wo Jundt längst kapituliert hat. Es ist einer von vielen Gastauftritten, die der elektro-synthetischen Platte auch mal too much Vielfalt gewähren.

Landsfrau Sophie Hunger gastiert im schwyzerdütschen Cover „Dene Wos Guet Geit“ des Liedermachers Mani Matter und ist dann auch für den letzten Fan der ersten Stunde eine wirklich harte Probe.

Denn wer Bonaparte schätzt, will leben, lieben und feiern. Wenn aber selbst einem wie Jundt nicht länger der Sinn danach steht, muss es wirklich schlecht um die Welt bestellt sein.

„Was Mir Passiert“ wird ein resigniertes Manifest bleiben, das ohne seine eigene Vergangenheit die deutlich höheren Wellen schlagen würde – gipfelnd in „Das Lied vom Tod“, wenn der Sound auf Deichkind schielt und der Inhalt auf die Morbidität Sergio Leones:

„Nietzsche sagt, ‚ohne Musik ist das Leben ein Irrtum‘, sagt Google“, heißt es da. In diesem Sinne: „Weine mir den Anfang, ich weine dir den Schluss.“

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