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Lena – Only Love, L

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Lena Meyer-Landrut (oder einfach nur Lena, um internationale Follower nicht mit Kramp-Karrenbauerischer Schwerverständlichkeit zu schockieren) gehört vollends zu meinem Alltag – wie die Morgentoilette. 

Nicht etwa, weil ihre Formel aus medienwirksamer Effekthascherei und popkultureller Zerstreuung so fabelhaft wäre, sondern weil die ESC-Gewinnerin von 2010 im Klatschpresse-Teil des Freemail-Anbieters meines Vertrauens zur öffentlichen, fast täglichen Berichterstattung gehört. Uh, ein Nippel!

Dass die quietschnervige The Voice-Jurorin mittlerweile über 2,6 Millionen Insta-Abonent*innen frohlockt, dürfte im Wesentlichen an der lieb gemeinten, bei näherem Hinsehen jedoch hirnverwaschenen Zurschaustellung ihres Alltags liegen: 

Weichgespülte Postkartensprüche wie „Start your week with a little bit more craziness“, „Pasta is directly connected to holidays.“ oder „Give love to yourself and then give love to others“ sind so verstaubt, dass das nicht mal mehr Bibi Heinicke in ihre Beauty-Kommode ritzen würde.

Belanglos? As can be! Womit wir bei „Only Love, L“ wären. Lenas fünftes Album, das erste nach fast vier Jahren, sammelt für zeitgemäße Popmusik etwa so viele Argumente wie das britische Unterhaus, wollte es im Dialog mit der EU noch mehr extra sausages einfordern.

Entgegen der Eigenwerbung einer selbsterklärten, im öffentlichen Auftritt allerdings aktionistisch wirkenden Feministin, streift die Hannoveranerin auf „Only Love, L“ sämtliche topics, die die Pose der kessen, zugleich aber verständnisvollen Big Sister manifestieren sollen. 

Es geht um verlorene Liebe, das daran anknüpfende Mantra des Hinfallens und Wiederaufstehens, Champagner zum Frühstück, die yellow press und ermächtigende Initiationsmomente einer zum reifen Vorbild herangewachsenen persona. Puh.

Die Wahrheit ist, dass sich von lauchigen Dance-Pop-Restaurationen, rock-riff-injizierten Selbstnotizen, gepitchten Vocal-Desastern, längst überholtem MPC-Geklicker und der obligatorisch schmalzigen Pianoballade nicht mal mehr die Rookies täuschen lassen, die Lena im Zerstreuungs-TV (selbstverständlich zur Prime Time!) zu rekrutieren versucht. 

Offen gestanden, ist Lena im Vergleich zu Mark Forster, dem beliebtesten aller Schwiegersöhne im Ratschlaggeber-Pop oder den toxischen No-Country-Bullen von The BossHoss jedoch diejenige, die der U18-Generation vielleicht noch irgendetwas mitgeben könnte.

Auf „Only Love, L“, und das ist das Schändlichste an diesem Album, zeigt die Influencerin aber keinerlei willentliche Intuition, geschweige denn Gespür für die Themen, mit denen man junge Menschen dieser Tage konfrontieren sollte.

Die Welt, in der auch sie lebt, ist eine suboptimale. Das lässt sich in ihrer Position ganz einfach nicht ignorieren. Sich dem mit nonchalanter Gelassenheit zu verweigern, ist das eine.

Jedoch jeden einzelnen ihrer 13 Songs Themen unterzuordnen, die sie selbst zentrieren und dabei sämtliche Codes der Belanglosigkeit für „Sex In The Morning“ und „Private Thoughts“ verwerten, so ganz ohne Message an die Generation, die hoffentlich bald Cardi B, Sophie und Janelle Monáe entdeckt, ist mitunter fahrlässig.

Auch deshalb schreibe ich wie Lena eine „Note To Myself“: Freemail-Anbieter wechseln!

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