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Gewalt – Gier – Neues Video

Die Berliner Band Gewalt hat gestern ein meinungsstarkes Video zu ihrem Song „Gier“ veröffentlicht, anlässlich des Starts der diesjährigen Fußball-WM in Katar.

Auf die immer wieder aufkommende Frage, wie politisch Musik sein sollte, liefert die Noise-Rock-Band Gewalt mit dem neuen Video zu ihrem Song „Gier“ eine eindeutige Antwort. Der Clip mit dem Titel „Boykott Katar 2022“ lässt keinen Raum für Interpretation und bildet eine eindringliche Aufforderung, sich der in diesem Jahr stattfindenden WM in Katar zu verweigern.

Grund hierfür sind natürlich die schrecklichen Vorkommnisse, in deren Schatten das Fußballereignis steht, zu denen unter anderem grauenvolle Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen gehören.

Der Song „Gier“ ist als Teil des Debütalbums „Paradies“ bereits im vergangenen Jahr erschienen. Der MusikBlog-Review sagt über den Longplayer:

„Nun doch ein Album. ‘Paradies’ der womöglich passend unpassendste Name. An der Gitarre immer noch Helen Henfling, am Bass nach etwas Karussell Jasmin Rilke. Und natürlich eine Nummer mehr als nur eine LP. Alle bisherigen Stücke gibt es als zweite Scheibe dazu, dazu ein Buch mit künstlerischer Darstellung der Tracks der Band.“

Nun nutzt die Band rund um Patrick Wagner ihren Song „Gier“ also als Anti-Hymne zur Fußball-WM und veröffentlicht mit dem Video eine bewusst triefend ironische, absurde Werbung zu dem Großereignis – mit Clips von David Beckham, der als Werbepartner der Veranstaltung in der Kritik steht, queeren Paaren, die für ihre Sexualität in Katar hart bestraft werden und den vielen Arbeiter*innen, die beim Bau der Stadien ihr Leben gelassen haben.

„Was uns verbindet, ist unsere Gier“ heißt es in den Lyrics von „Gier“, die dem Video, das Gewalt “Boykott Katar 2022” nennen, zusätzlich den nötigen bitteren Beigeschmack verleihen. Sänger und Frontmann Wagner sagt dazu: “Jetzt bin ich ja wirklich Fußballfanatiker, aber unter uns, bei diesem Irrsinn da in Katar können wir beim besten Willen nicht mitmachen.”

In Kombination mit den rauen, krachenden Beats des Arrangements versprüht Patrick Wagner mit seiner tiefen Stimme passend zur Thematik wütende Energie – und packt somit genau die Emotionen in einen Song, die wohl viele Fußballfans gerade empfinden.

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