Angus Stone gehört zu den erfolgreichsten australischen Künstlern, ob als Duo Angus & Julia Stone mit seiner Schwester Julia, oder mit seiner Band Dope Lemon feiert er weltweit Erfolge. Im Rahmen seiner „Golden Wolf“ Tour, die das im Mai erschienene fünfte Album gleichen Namens begleitet, besuchte er gestern Münchens Muffathalle.
Die zeigte sich proppenvoll und doch zunächst etwas reserviert, denn das britische Dance-Pop-Duo und TikTok Phänomen Piri & Tommy, hatte außer dem Moloko-Cover „Sing It Back“ und einer leicht bekleideten, aufreizenden Performance nicht viel zu bieten, was im Ohr und auf der Bühne länger verweilen müsste. So brachten ins Publikum geworfene Wasserballons, den luftleeren Inhalt des Duos vollends auf den Punkt.
Kurz nach 21:00 Uhr steigerte sich kurzfristig die Stimmung, als Angus Stone gemeinsam mit seinen vier Bandmitgliedern für ausgelassen rockende Klänge sorgte.
Dabei wummerte es zunächst basslastig durchs Gebälk, wurde aber schon wenig später zu einem klanglichen und visuellen Genuss. So wurden die smoothen Rockklänge mit psychedelischen Klangeffekten verziert und auch die Videoinstallation mit ihren comicartigen Animationen sorgte für passende Begleitung.
Ob mit schrägen Tigeranimationen oder zweideutigen psychedelischen Pilzen, die in grinsende Sonnen morphten, Angus Stone macht aus seiner Vorliebe, das Bewusstsein zu erweitern und dabei das Leben Leben sein zu lassen, keinen Hehl.
Nachdem er sich artig für die deutsche Braukunst bedankte und ausreichend davon gekostet hatte, packte der adrett mit Hut und Sonnenbrille gekleidete Angus Hits wie die aktuelle Single „Golden Wolf“ und „Sugarcat“ aus, die zu ersten Gefallensbekundungen des zurückhaltenden Publikums führten.
So fühlte sich nicht nur der Protagonist selbst genötigt, sich des werten Befindens zu erkunden. Mit den entspannten Klängen des, das Leben feiernden „Slinging Dimes“, setzten sich die Körper des Publikums wogend in Bewegung und es fehlten nur, der von Stone gefeierte, Marihuana-Rauch, um die Stimmung auf der Bühne und außerhalb in der Wöhlfühlskala ganz oben festzunageln.
Die Band wusste sich in Szene zu setzen, begeisterte sowohl mit bluesigem Ansatz in den schnarrenden Gitarren, als auch mit souligem gefühlvollen Spiel, als die „Uptown Folks“ besungen wurden.
Dope Lemon spielten ein breites Programm aus neuen Titeln und bekannten Songs, die stets Angus Stones sinnierenden Texten nachhingen.
Nach einer Stunde stimmte auch das Publikum mit ein und machte diesen spätsommerlichen Abend zu einem gelungenen für die australische Band und seine Zuschauer*innen.



