The Cribs lösen das Henne-Ei-Problem auf Ihre Weise. Mit ihrem neunten Album „Selling A Vibe“ finden sie sich endgültig mit der unspektakuläreren Rolle der beiden Hälften ab.
Auf die 2001 im nordenglischen Wakefield von den drei Brüdern Gary, Ryan und Ross Jarman gegründete Indie-Band berufen sich schließlich nicht nur britische Acts wie die Arctic Monkeys und Franz Ferdinand, sondern auch US-amerikanische wie The Killers. Letztlich wurden alle größer als The Cribs, obwohl die zweifellos vorher da waren.
Was sie am Brüder-Trio so anziehend fanden, ist deren Schrulligkeit, der Hang zur Selbstsabotage und der Klang nach kaputten Verstärkern. Das verleitete gar Johnny Marr zu einem kurzzeitigen Einstieg, als er 2009 für „Ingnore The Ingorant“ im Studio und auf Tour bei der Band einstieg.
Doch wie vieles bei The Cribs ist selbst das weniger ein Karrieresprung als eine kuriose Fußnote. Genauso wie der Umstand, dass sie als UK-Band beim US Label Sub Pop eine Heimat fanden und früh exzessiv die Staaten betourten.
Doch mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren haben sie es sich in der Rolle des ewigen Underdogs jetzt etwas zu gemütlich eingerichtet. Zusammen mit Pop-Produzent Patrick Wimberly entstanden nette, aber unspektakuläre Songs, denen das Aufgekratzte, das den Vorgänger „Night Network“ noch auszeichnete, völlig abgeht.
Songs wie „Distractions“ oder „Looking For The Wrong Guy“ gehen im besten Fall als lieblich, im schlechtesten als viel zu harmlos durch. Diesen Gesamteindruck kann auch das nervöse „Never The Same“ nicht herumreißen.
The Cribs bleiben damit keine Band für die großen Bühnen, sondern eine für die lange Beziehung, die mit „Selling A Vibe“ etwas eingeschlafen und zu routiniert daherkommt.
