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The Cribs (Credit Sonic Blew)

The Cribs – Night Network

Endlich wieder Tag der offenen Tür! The Cribs kurbeln die Tore ihrer, mittlerweile sicher hochdekorierten, Garage hoch und lassen jeden rein, der nach „24-7 Rock Star Shit“ noch Bock hat auf den Nuller-Rock der Kultband aus Wakefield.

„Night Network“ heißt die neue Platte, auf der vieles nach genau diesen Nuller-Jahren klingt, nach der Zeit, in der alles noch in Ordnung war. Da durfte man noch unironisch ganze Intros hindurch ein theatralisch euphorisches „Ah Ah Ah“ herausposaunen – oder besser noch –  das Ganze wie auf „Never Thought I’d Feel Again“ mit einem ebenso lebensbejahenden „Uh Uh Uh“ anreichern.

Da durfte man noch mitleidig klingen, auch wenn man die revolutionäre Punk-Attitüde des vergangenen Jahrhunderts längst abgelegt hatte. Da durfte man noch etwas veröffentlichen, was nicht nach Überproduktion klingt, sondern vom Impro-Charakter lebt.

Alles Quatsch. The Cribs zeigen eindrucksvoll, dass man das alles immer noch darf, und, dass jeder, der mittlerweile sogar schon die 2000er als nostalgischen Rückzugsort auserkoren hat, vielleicht mal lieber nach draußen schauen sollte, als in seine rückwärtsgewandten Streaming-Playlists.

Der Garage-Rock, den The Cribs auch auf „Night Network“ kanalisieren, um sich auf alltagspoetische Art und Weise die eigenen Sorgen und Laster von der Seele zu schrammeln, lebt noch, nur fühlt er sich komisch an. Warum eigentlich?

Vielleicht, weil sich die aktuelle Popmusik zwar gleichermaßen in Selbstmitleid suhlt, das aber fast schon zur bewussten, markentragenden Eigenschaft mutiert ist. Die Art der Cribs wirkt in der Wahrnehmung der Gegenwart wie der ungelenke Versuch, dem Trend zu folgen, obwohl sie das überhaupt nicht ist, sie ist wirklich authentisch.

The Cribs‘ „Night Network“ klingt nach England, nach ewiger Schulband und zugequalmter Studentenbude und nach einer Menge Gefühlen, die man auch immer noch fühlen darf.

Schließlich fallen überall da, wo die Überproduktion den Markt übernommen hat auch genug Überreste an, die das Dumpster Diving lohnenswert machen. Nur nicht in Deutschland, da darf man’s wirklich nicht.

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