The Cribs – 24-7 Rock Star Shit

Die britische Indie-Band The Cribs der Brüder Gary, Ryan und Ross Jarman erfreut ihre Fans mit einer weiteren Platte voller Garage-Rock mit DIY-Charakter. Die Jungs aus Wakefield bleiben auch in ihrem siebten Album ihrem Sound treu: lauter Indie-Rock mit klaren Punk-Einflüssen.

Musikalisches Können beweisen The Cribs hier mit dem kreativen melodischen Einsatz der Lead-Gitarre sowie der Basslines, die besonders in den vielen instrumentalen Zwischenspielen und Outros auffallen.

Der Sound klingt viel eher nach einer Live-Aufnahme als nach Tonstudio. Es fühlt sich an, als wäre man bei einem Konzert in einem kleinen Club dabei und spürt schon fast den Biergeruch und den klebrigen Boden.

The Cribs klingen 2017 so wie in ihren Anfängen in den frühen 2000ern. Die Songs vermitteln ein Nostalgie-Gefühl, nach einer unbeschwerteren Zeit, als alle mit Nietengürtel und karierten Vans herumgelaufen sind.

Dabei liefern sie für dieses Gefühl einen frischen Soundtrack, so dass man nicht die alten Songs herauskramen muss, die man sowieso schon 100 Mal gehört hat.

Die Lieder auf dem Album klingen ziemlich einheitlich nach Garage-Rock. Das zeigten schon die Vorab-Singles “Year Of Hate”, “In Your Palace” und “Rainbow Ridge”. Sie ähneln oft auch ihren Alternative-Mitstreitern, wie The Libertines oder The Offspring, behalten dabei aber dennoch ihren eigenen Sound.

Dreckige Gitarren und Garys perfekter imperfekter Gesang vermitteln genau die Haltung, die der spaßhafte Albumtitel auch benennt: 24-7 Rock Star Shit.

Die einzigen Ausnahmen sind die ruhigeren Tracks “Sticks not Twigs” mit Akustikgitarre und “Dead At The Wheel”, wo Gary Jarmans Stimme einen gefühlvolleren Ton annimmt und sogar ein wenig an 2D von den Gorillaz erinnert.

Punk bedeutet Protest – Protest gegen den glatt produzierten Mainstream-Pop und vielleicht auch gegen Veränderung. Trotz ihrem inzwischen hohen Bekanntheitsgrad (jedenfalls in Großbritannien und den USA), der sich unter anderem in einer der Band gewidmeten Ausstellung im Museum ihres Heimatortes manifestiert, vermitteln The Cribs noch immer den Eindruck einer kleinen Indie-Punk-Band, die für ihre Freunde in der Garage spielt.

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