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Madonna – MDNA

Madonna – MDNA

Mahmonna, MacDonna, … wie Sonic Youth einst scherzhaft Madonna nannten oder nun eben „MDNA“, der Name des selbstbetitelten neuen Albums der Pop-Ikone.

Eine solche Abkürzung durch Weglassen einiger Buchstaben ist ja aus dem Hip-Hop bekannt und tatsächlich hat sich Madonna für diesen Longplayer unter anderem die Hip-Hop Queen Nicki Minaj dazu geholt, außerdem auch M.I.A.  Bei solch hochkarätiger Unterstützung darf man viel erwarten, wird dann jedoch beim Anhören enttäuscht.

Der Einfluss der beiden ist kaum auszumachen und beschränkt sich auf eine gesangliche Cameo Appearance. Statt cooler Beats, großem Soul oder einem Hauch von Elektro-Punk hört man größtenteils Disco-Pop der einfacheren Art. Und das, obwohl sie wieder mit William Orbit zusammen gearbeitet hat, der bereits an „Ray Of Light“ mit geschrieben und produziert hat. Ansonsten ist wohl hauptsächlich Haudrauf-Stampf-Disco-DJ Martin Solveig („Hello“) für den Sound verantwortlich. Einzig die Single „Give Me All Your Luvin'“, die Tracks „I’m Addicted“ und „Superstar“ sowie der nur auf der Deluxe Edition erhältliche „B-Day Song“ schaffen es, einigermaßen Groove zu entwickeln. Der Rest ist Standard-Plastic-Pop wie ihn mittlerweile auch Britney Spears und Jennifer Lopez an den Tag legen. Dass es jedoch auch einfallsreicher geht, haben uns ja Lady Gaga und Kylie Minogue bewiesen.

Madonna, die gern als Trendsetterin bezeichnet wird, war eine solche noch nie, hat es aber oft sehr gut verstanden, sich gerade vorherrschende Strömungen zunutze zu machen und sie zu einem eigenen Madonna-Stil zu verarbeiten. Die besten Beispiele dafür und die besten Alben in ihrer Geschichte sind oben genanntes „Ray Of Light“, „Music“ sowie und zu einem gewissen Grad auch ihre zweite Platte „Like A Virgin“.

Madonna bleibt auch ihrem jahrzehntelangen Sex-Image konsequent treu. Und das, obwohl sie mittlerweile 53 ist. Das verdient natürlich absoluten Respekt, zumal es nach wie vor glaubwürdig ist. Madonna sieht nicht nur immer noch phantastisch aus, sondern fokussiert in ihren Videos, wie zum Beispiel in „Girl Gone Wild“ auch auf entsprechendes Outfit und passende Posen. Das nach heutigen Maßstäben harmlose Videos hat es sogar geschafft, von YouTube zensiert zu werden (dort ist es nur in der „Clean Version“ zu sehen, in der unter anderem ein nackter Männerhintern heraus geschnitten wurde).

Ob Madonna je wieder an die Qualität ihrer Musik um die Jahrtausendwende anknüpfen kann, bleibt also fraglich. Vielleicht sollte sie sich doch in Zukunft mehr auf die Filmbranche konzentrieren, allerdings nicht als Schauspielerin (dafür hat sie bekanntlich kein Talent) oder Regisseurin, sondern auf Soundtracks, die bisher ausnahmslos gut waren.

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