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Stephan Weidner – Live im Haus Auensee, Leipzig

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Der letzte Rest vom Schützenfest kämpft weiter. Trotzig und stolz treffen sich die treuesten Veteranen der Böhsen Onkelz mit ihrem Guru im Leipziger Haus Auensee. Weidner, offiziell gesundheitlich angeschlagen, und in bestem ARD-Tatort-Rocker-Outfit tourt seit einiger Zeit mit seinem Soloprojekt durchs Land.

Das aktuelle Werk mit dem Titel „III“ (Vorgängerwerke: „Autonomie“ und – Achtung Wortwitz – „Höher, schneller, Weidner“) zeigt sich in gewohnten Gewand. Die Gitarren scheppern wie eh und je, die Texte sind – vorsichtig gesagt – einfach und wohl eher der Rubrik „leichte Kost“ bzw.“Kommerzrock“ zuzuordnen. Wer sich in dieser Liga noch nicht so recht orientieren kann, dem sollte die Berliner Band Haudegen eine Referenz sein. Bezeichnender Titel deren Erstlings: „Schlicht & Ergreifend“. Wobei zumindest „schlicht“ kein Etikettenschwindel ist.

Nach dem Ende der Onkelz in der ostdeutschen / westpolnischen / sorbischen Provinz ist es sehr still um die selbsternannte „Bombe im Arschloch der Schöpfung“ geworden. Ein paar verhältnismäßig wenig beachtete Soloprojekte und ein paar viel beachtete Schlagzeilen – zu viel mehr hatte es nicht gereicht.

Das Haus Auensee ist an diesem Abend sehr gut besucht, nur die ominöse Einrichtung „Damen WC“ hätte es wohl nicht gebraucht. Während Weidner ziemlich wortkarg, aber gutgelaunt durch den Fußballabend führt (Dortmund spielt zeitgleich im Halbfinale der Champions League), erweisen sich einiger seiner Stücke (z.B. „Machsmaulauf“) als echte Tanz- und Pogoknaller . Wer hier den Text gelernt hat, ist wohl klar im Vorteil. Das ist zum Glück auch nicht so schwierig. Die Nachfrage bestimmt das Angebot…

Rock’n Roll-technisch hat „Der W“ es nach wie vor faustdick hinter den Ohren. Die etwas gemütlicheren Nummern sind hingegen flacher als Niedersachsen und werden auch vom Publikum eher zum Bierholen genutzt. Gespannt warte ich auf eine Medley-Version aller Puhdys-Klassiker. Gibt es dann aber doch nicht. Übrigens genau so wenig wie die immer wieder geforderten Songs der Onkelz. Die spielt Weidner, im Gegensatz zu seinem Kollegen Kevin Russell, nämlich nicht. Und das ist auch gut so. An dieser Stelle wäre als Antwort auf alle Forderungen der Deutschrock-Evergreen von Stefan Remmler zu empfehlen: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“.

Bierseelig, verschwitzt und einigermaßen verwirrt stehe ich nach dem Konzert vor den Toren der Stadt. Irgendwie fällt Weidner’s Saat der Wut um uns herum stets und ständig auf fruchtbaren Boden. Ob letztendlich eine himmelhohe Ranke daraus erwächst, dass bleibt jedem selbst überlassen. (vgl. „Hans und die Bohnenranke„) An mir ist scheinbar kein Gärtner verloren gegangen. Der Keimling in meiner Hand ist runzelig und eingetrocknet. Ich werfe ihn in den Auensee und gehe nach Hause.

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