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Bring Me The Horizon – Live in der Theaterfabrik, München

Bring Me The HorizonBring Me The Horizon-Sänger Oli Sykes kennt sich aus im Geschäft. Mit ausdruckslosem Gesicht steht der volltätowierte Sänger auf der Bühne und fordert die Massen auf, eine Wall of Death zu bilden. Über seine Lippen kommt kein Wort, lediglich seine Hände geben unaufhörlich die teilende Bewegung vor. Das Publikum in der restlos ausverkauften Münchner Theaterfabrik gehorcht.

Zuvor hatte bereits die amerikanische Post-Hardcore-Band Pierce The Veil die Bühne bespielt. Der Sound bei Pierce The Veil ist leider blechern und unausgewogen, sodass der glockenhelle Gesang von Frontmann Vic Fuentes ziemlich unter geht. Oft ist deshalb nur ein Soundbrei zu vernehmen – zum Glück wird dies mit der Hauptband besser.

Punkt 22 Uhr stehen Bring Me The Horizon auf der Bühne. Begleitet von ohrenbetäubendem Kreischen einer Vielzahl von weiblichen Teenies beginnt Oli Sykes die ersten Töne von „Can You Feel My Heart“. Er zelebriert den Songanfang mit weit ausgebreiteten Armen im gleißenden Scheinwerferlicht, als gelte es eine Messe zu feiern. Direkt im Anschluss erhöht „Shadow Moses“ das Tempo weiter – und spätestens jetzt bricht ein brutaler Moshpit los. Manch weiblicher Fan wird die Entscheidung möglichst weit vorne stehen zu wollen sicher bereut haben – nicht anders ist die Vielzahl an verschwitzten und japsenden Mädchen zu erklären, die sich in den ruhigeren hinteren Teil der Halle zurückziehen wollen – raus aus dem Pit.

Bring Me The Horizon zeigen keine Gnade mit ihren Fans und schieben den Klassiker „Diamonds Aren’t Forever“ nach, der die Temperatur in der Theaterfabrik weiter nach oben fährt. Oli Sykes zeigt sich zwischen den Songs allerdings überraschend mundfaul und erhebt nur selten die Stimme. Aussagen wie „Jump, Jump, Jump…“ sind dabei schon das höchste der Gefühle. Den Schwerpunkt bei der Songauswahl legen Bring Me The Horizon vor allem auf ihre aktuelle Scheibe „Sempiternal“, mit der den Briten 2013 endgültig der große Durchbruch gelang. Trotz einem drei weitere Alben umfassenden Bandkatalog werden insgesamt neun Songs von diesem Album gespielt. Klassiker wie „Chelsea Smile“ versöhnen dazwischen allerdings die alten Fans und lassen den Moshpit hochkochen.

Mit dem ruhigen Track „Deathbeds“ wird das Tempo dann nach unten gefahren, ehe Bring Me The Horizon bereits nach knapp 55 Minuten ihren letzten Song „Antivist“ ankündigen. Zwei Zugaben später endet mit „Sleepwalking“ nach nur 13 Songs die Show. Als die Zuschauer aus der kochenden Theaterfabrik strömen, trifft die heiße Luft auf die kalte, was für großflächig wabernde Nebelschwaden sorgt. Securities müssen den Weg weisen, um die Massen aus der Halle zu lotsen. Nur wenige bleiben deshalb am Merchstand stehen um sich das aktuelle Tourshirt zu holen. Bei einem Preis von 30 Euro für ein schwarzes T-Shirt mit Tourdaten und ohne besonderen Print auch kaum verwunderlich. Draußen liegt die Temperatur weit unter null Grad, was für einen deutlichen Kälteschock sorgt. Am Wetter kann die Schweigsamkeit der Briten trotzdem nicht gelegen haben, immerhin ist die Insel nicht gerade für ihr warmes Klima bekannt.

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