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Terry Lee Hale And The Long Draw Band – Live im Kulturhaus, Laupheim

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Der in Texas geborene Terry Lee Hale wuchs in Seattle auf und ist bereits seit den 70ern aktiv. Er war mit dem Grunge-Gottvater Jack Endino bei The Ones und pflegt bis heute seine Beziehung zu The Walkabouts. Im ansprechenden Ambiente des Kulturhaus Laupheim wurde am 21.1. im Schlosscafe Terry Lee Hale & The Long Draw Band präsentiert. Für einen Dienstagabend ist das Publikum zwar nicht gerade zahlreich erschienen, es wird jedoch von Hale und seinen beiden Mitstreitern von Anbeginn in Bann gezogen.

 Mit einem Instrumental, das vordergründig einem letzten Soundcheck gleichen mag, setzen Hale und seine Band jedoch erste atmosphärische Klänge der intensivsten Art in den Raum.  Schließlich eröffnet er mit dem Titelsong seines großartigen Albums „The Long Draw“ und bereitet die ersten Gänsehautmomente. Hale schlägt und zupft die Gitarrensaiten mit Bedacht und einem unglaublichen Feingefühl an, er verzögert die Töne und lässt sie das ein oder andere Mal förmlich im Raum stehen. Der Schlagzeuger Marty Vickers streicht meist mit den Besen-Sticks über die Felle, sorgt wiederholt mit der Hi-Hat für federnde Akzente und agiert bei den Balladen mit verschlepptem, beinahe Slow Motion artigem Spiel. Der Bassist Marten Ingle grundiert und verankert das Gefüge aus Rhythmus und Melodie, selbst als Leadinstrumentalist zeigt sich der Mann mit Hut an den vier Saiten.

Terry Lee Hales Stimme vereint das Raue mit dem Sanftmütigen, er versteht es einzelne Silben auf seine unnachahmliche Art zu betonen, bringt seinen Lyrics eine bildhafte Lebendigkeit bei, die auf Konzertebene noch unmittelbarer greift als bei den Studioaufnahmen. Bei der Live-Darbietung nehmen zudem die Stiefelabsätze der Musiker eine wichtige Rolle ein. Das rhythmische Klacken und Klopfen ist mehr als Unterstützung für die Drums, es schafft Spannungsmomente und hält die Aufmerksamkeit hoch. Überhaupt verstehen es die Drei einen dramaturgisch ausgewogenen Abend zu bestreiten. Wenn sie das Tempo anziehen, wird einem vor Augen geführt, dass das Trio den Rock’n’Roll im Blut hat, aber auch Gypsy-Swing-, Jazz-, Ragtime-  und Country-Elemente sind bei den sympathischen Amerikanern  auszumachen. Im Vordergrund jedoch, steht jener feinsinnige und tiefschürfende Americana-Singer/Songwriter-Stoff, der einem unter die Haut kriecht.

Terry Lee Hale hat auch Humor, wiederholt erzählt er kleine Anekdoten von seinen Kindern und Enkeln, seinen Umzügen und dem Tour-Leben, stöpselt nebenbei die Gitarre ein oder wechselt die Mundharmonika. Er beherrscht das Multitasking und scheint  immer wieder mehrere Gedankengänge gleichzeitig präsentieren zu wollen, um letztlich mit einem charmanten Lächeln auf den ein oder anderen zu verzichten. Wie gesagt: Ein sympathischer Typ. Wie die John-Steinbeck-Figur Muley Graves in seinen Song „The Sad Ballad Of Muley Graves“ kam, vermag auch der Künstler selbst nicht  nachvollziehen. Ein Umstand, der angesichts der wunderbaren Darbietung schlichtweg zur Nebensächlichkeit gerät.

Im letzten Drittel des Konzerts setzt Hale mit der 12-saitigen Akustikgitarre weitere Akzente, dabei ragt ganz besonders „The Central“ heraus mit den Zeilen „Northwest style meant rain / And the music didn’t have a name“.  Zur  abschließenden Zugabe des über 90 Minuten andauernden Konzertes tritt Hale alleine mit seiner Gitarre auf die Bühne, erzeugt einen Loop, der ihn fortan rhythmisch unterstützt und lässt das Konzert mit einer Gänsehaut-Version von „Gold Mine“ ausklingen.  Es ist auch der Schlusssong seines Meisterwerks „The Long Draw“, eine wahre Goldmine wie auch der Konzertabend, den Terry Lee Hale & The Long Draw Band dem Publikum bescherte. Chapeau!

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