Les Claypool’s Duo De Twang – Four Foot Shack – Les Claypool der Cowboy

Les Claypool's Duo de Twang - Four Foot ShackLes Claypool’s Duo De Twang besteht aus dem Primus Bassisten Les Claypool und dem MIRV Gitaristen Bryan Kehoe. Beide sind spezialisiert auf ausgefallene Musik und bei ihrem gemeinsamen Projekt geht es auch recht schräg zu. Auf “Four Foot Shack” überarbeiten sie bekannte Lieder und setzen diese in akustische Versionen um.

Das Album beginnt mit dem eigens komponierten Titel-Track, dieser dient aber nur als kurzes Intro für das, was noch auf uns losgelassen werden soll. Sogar die beiden Primus Songs “Jerry Was A Race Car Driver” und “Winona Big Brown Beaver” werden hier gecovert. Sie werden so extrem durch den akustischen Fleischwolf gedreht und mit Country unterlegt, dass wahrscheinlich selbst Les Claypool sie nicht wieder erkennt.

Die restlichen zwölf Tracks sind gleichmäßig zwischen Claypool Solo-Sachen und Covers verschiedener Bands aufgeteilt. Das gesamte Album ist durchweg sehr gut mit dem Country-Twang Stil umgesetzt, aber man sollte schon gewarnt sein. Denn hier wird die ohnehin schon sehr spezielle und schräge Stimme von Les Claypool bis aufs Äußerste gereizt. Wer schon Primus nicht mag, der wird auch hier seine Probleme haben.

Einige Songs wie “Battle Of New Orleans” – im Original von Johnny Horton – oder “Amos Moses” von Jerry Reed sind offensichtlich passend für diesen Stil. Aber Claypool trauen sich auch an Lieder ran, die man sich eher nicht im Country Gewand vorstellen kann. “Stayin ‘ Alive” von den Bee Gees und “Man In The Box” von Alice in Chains sind in ihrer Original-Version ja alles andere als Twang orientiert. Hier ist eher der Spaß-Faktor sehr hoch und man kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, denn wer würde schon zu “Stayin Alive” im Cowboy-Gewand die Hüften schwingen.

Man muss schon eine gehörige Portion Offenheit mitbringen, um “Four Foot Shack” an einem Stück zu lauschen. Einfach ist es gewiss nicht und darum soll man die Langrille auch eher als eine Art Parodie wahrnehmen. Aber ist nicht fast alles in letzter Zeit im Les Claypool Universum mehr Parodie als ernsthafte Musik? Dies ist alles schön und gut, aber er sollte doch aufpassen, nicht zu sehr in diese Richtung zu driften. Dass er eigentlich ein exzellenter Musiker ist, hat er ja schon in der Vergangenheit mehrmals bewiesen.

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