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Foster The People – Supermodel

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Bekannt geworden sind Foster The People mit der leichtfüßig anmutenden Single „Pumped Up Kids“, bei der man genau hinhören musste, um zu verstehen, dass darin ein Schulattentäter guten Rat an seine Opfer verteilt. Der Song erschien auf dem Debütalbum „Torches“ und zweieinhalb Jahre später haben die Kalifornier endlich den Nachfolger „Supermodel“ am Start.

Dem Konzept von mehr Sein als Schein bleiben Foster The People dabei treu: Natürlich dreht sich „Supermodel“ nicht um Mädchen, Make-up und Party-Party. Vielmehr steht dahinter Konsumkritik, die Songwriter und Bandgründer Foster als „the ugly side of capitalism“ bezeichnet. Kurz: Es geht mal wieder ans Eingemachte.

Musikalisch hat sich Foster mehr „Grip“ gewünscht als bei „Torches“. Dafür bemüht er musikalische Einflüsse und Instrumente aus aller Welt und diversen Epochen von The Kinks über The Clash bis David Bowie. Die Suche nach dem perfekten Pop-Sound klappt bei den ersten drei Songs ganz hervorragend:

Der Opener „Are You What You Want To Be“ etwa startet international: Auf das fast blechern verzerrte Gitarren-Intro folgt ein fröhlich-aufgekratzter Beat und Gesang mit westafrikanischen Anklängen. „Ask Yourself“ lässt einen danach wieder ein bisschen zu Atem kommen. Theoretisch – und nur, wenn man die bohrenden und wiederholte Fragen à la „Is this the life you’ve been waiting for?“ mit einem überzeugten „Ja“ beantworten kann. Sonst wird es an dieser Stelle ungemütlich. Auch der folgende Titel und die erste Vorabsingle „Coming Of Age“ liefert entsprechenden Stoff zum Nachdenken – gekleidet in ein entspanntes Popgewand.

Um Leichtes und Schweres derartig zu verbinden, haben Foster The People „Supermodel“ in zwei Schritten aufgenommen: Die Instrumentals wurden zuerst komponiert – frei von jeglichem inhaltlichen Druck, und während der Welttournee 2012 als Demo in einem portablen Studio aufgenommen. Erst danach schrieb Mark Foster die Lyrics. Auch die endgültigen Aufnahmen fanden rund um die Welt statt, etwa in Marokko, Malibu, Los Angeles und London. Im Studio hatte der Grammy-Preisträger Paul Epworth die Zügel in der Hand, er arbeitete bereits mit Paul McCartney, Adele, Florence And The Machine, Bloc Party und Maxïmo Park.

Leider driftet „Supermodel“ bei allen guten Absichten spätestens irgendwo in der zweiten Single „Pseudologia Fantasia“ musikalisch zu einem gigantischen Rauschen von ziemlicher Belanglosigkeit ab: Die Kombination aus Indie und Elektro kann gut sein, aber nicht, wenn da jemand den Spaß am Knöpfedrehen mit dem eigentlichen Sinn des Ganzen verwechselt. „The Angelic Welcome Of Mr. Jones“ versucht das mit einem Eingangschor wieder hinzubiegen: Es folgt ein gezupftes Gitarren-Intro und dann geht es fast schon funky weiter. Hier kommt der Songschreiber und Gitarrist Mark Foster auch mal wieder zum Singen. Im Gegensatz zu den ersten beiden eher nachdenklichen Songs scheint der Fokus hier jedoch nicht mehr auf kritischen Fragen zu liegen, sondern eher auf tanzbarer Partymucke.

Dabei ist das Konzept von „Supermodel“ sehr viel tiefgründiger angelegt: Es entwickelte sich aus dem Schock darüber, wie sehr sich heutzutage jeder als Star inszeniert und inszenieren kann – wie viele Retweets und Likes nötig sind, um ein Selbstbewusstsein herzustellen, das mit der realen Person kaum noch etwas zu tun hat. Wenn man genauer darüber nachdenkt, fühlt man sich vermutlich wie das ”Supermodel“ auf dem Albumcover: „A woman vomiting in a back alleyway, surrounded by photographers capturing her moment of weakness, where she doesn’t want to be near anybody; vomiting a poem about consumption that she had consumed“, wie Foster sagt.

So weit, so gut. Bei „A Beginner’s Guide To Destroying The Moon“ scheint dann auch der Inhalt wieder in den Vordergrund zu rücken. Foster The People fordert dazu auf, die Augen gegenüber der Welt zu öffnen: „the blood oft the forgotten, was it spilled without a purpose? I searched for answers and it was questions I’ve found.“

Mit „Supermodel“ hat sich Mark Foster auf jeden Fall viel vorgenommen. Inhaltlich schließt es locker an „Torches“ an und musikalisch haben Foster The People vor allem in elektronischer Hinsicht weiterführende Schritte unternommen. Auf die Dauer von 11 Songs gesehen wird das allerdings sowohl langweilig als auch anstrengend. „Are You What You Want To Be“, „Ask Yourself“ und „A Beginner’s Guide…“ sind von dieser Langeweile jedoch meilenweit entfernt – und dennoch: Ein Ohrwurm wie „Pumped Up Kids“ ist nicht dabei.

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