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Archie Bronson Outfit – Wild Crush

Archie Bronson Outfit - Wild CrushNach einem Live-Gig im Jahr 2003 wurden Archie Bronson Outfit von Domino Records unter Vertrag genommen, dort wurden in der Folge Fur“ (2005) und „Derdang Derdang“ (2006) veröffentlicht. Es waren zwei echte Knaller des Garagen-Rock und dann war plötzlich Funkstille. Bis dann 2010 „Coconut“ erschien, das psychedelischer geriet und dennoch die Spielarten des Garage-Genres durchdeklinierte.

Ganze vier Jahre sind nun vergangen bis zum vorliegenden „Wild Crush“, im Pop-Business eine kleine Ewigkeit und wenn man bedenkt, dass eine vergleichbare Band wie Thee Oh Sees eher dazu neigt, drei Alben in einem Jahr herauszubringen, ist die Veröffentlichungspolitik von Archie Bronson Outfit schon etwas außergewöhnlich. Inzwischen haben sie sich von Mitbegründer Dorian Hobday getrennt, dafür durfte der bisher bei Konzerten eingesetzte Kristian Robinson mit Synthesizern und als Mitproduzent das aktuelle Album mitgestalten. Zudem wurde ihr langjähriger Freund Duke Garwood als Bariton Saxofonist verpflichtet.

Natürlich schlagen sich jene Neuerungen auch im Klangbild der in London beheimateten Band nieder. Geblieben ist der manische, manchmal tremolierende, sich oft überschlagende Gesang von Gitarrist und Sänger Sam Windett sowie das stolpernd-scheppernde Schlagzeugspiel von Mark Cleveland, das mit einem rumorenden bis fuzzenden Bass ein vorantreibendes Fundament baut. Darüber lässt Windett eine verzerrte Stromgitarre fahren, rifft sich die Finger wund oder zaubert psychedelische Soli, die nicht ins Uferlose weisen, sondern stets im Kontext des Songs für Furore sorgen.

Auf Titeln wie z.B. „In White Relief“ werden dann Synthies und Saxofon mit wild-furiosen Klangsequenzen in das psychedelisch und manisch lärmende Soundgewand integriert. Auch im mittleren bis langsamen Tempobereichen funktionieren ihre Songs, das Blues rockende „Love To Pin You Down“ und das mysteriöse „Lori From The Outer Reaches“ legen hiervon Zeugnis ab. Selbst den harten Rock mit fetten Orgelläufen haben sie drauf, man höre „Cluster Up And Hover“. Wogegen sich „Glory Sweat And Flow“ an Velvet Undergrounds „There She Goes Again“ andockt.

Archie Bronson Outfit greifen mit ihrem neuen Album tief in die Kiste des psychedelischen Garagen-Rock. Angefangen bei 13th Floor Elevators aus den 60ern, über Blues-Rock der 70er, bis zum Post-Punk von The Flesh Eaters aus den 80ern sowie Verweise auf Interpreten neueren Datums (Jon Spencer Blues Explosion, The Black Keys) werden hier zu einem teuflischen Gebräu gemischt. Irgendwie ein fieses Biest, das dennoch gut ins Ohr, Hirn und Bein geht!

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