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Blonde Redhead (Credit Josh Rothstein)

Blonde Redhead – Barragán – Rare Höhepunkte

Vorfreude ist bekanntlich die schönste, weil manchmal auch einzige Freude. Das letzte Album der schwedischen Formation Blonde Redhead „Penny Sparkle“ ist jetzt auch schon wieder vier Jahre her. Am Nachfolger „Barragán“ wurde viel gebastelt und gewerkelt, und auch sonst war die Band nicht untätig, man vertrieb sich die Zeit etwa auf Tour oder im Studio.

Leise, ja schon fast sogar am Rande der Langeweile fängt „Barragán“ an und man spürt sofort, dass sich hier eine Band im Wandel befindet. Songs wie „Lady M“ und „Dripping“ kommen verträumt daher, aber auch verschlafen. Man will schon fast, dass einem die Stücke gefallen, aber es bleibt leider nichts im Gehörgang hängen. Das ganze Album hört sich an, als wäre die Band müde, sehr müde. Nach vier Jahren erwartet man doch vielleicht ein bisschen mehr Frische, aber hier hat man fast den Eindruck, die Band hätte nach dem Motto gehandelt „Ach versuchen wir es halt noch mal“.

Das einzige Lied, das ein wenig aufhorchen lässt, ist „Mine To Be Had“. Und kurz vor Schluss wirkt „Seeven Two“ wie ein letztes Aufbäumen, aber selbst hier zögern Auf- und Abschwellen den raren Höhepunkt gar arg in die Länge.

Schon alleine wegen der früheren Glanztaten, die die Band uns schon abgeliefert hat, fällt es einem doppelt schwer, dieses Werk als Fehltritt zu bezeichnen. Ja, sogar verdammt schwer machen es einem die sympathischen Schweden. Aber letztendlich klingt das Album doch zu zerfahren, auf der Suche nach einem neuen Selbst, wie zu oft neu gemischt, umgeschrieben und verworfen. Wenn Songs zu lange umgebaut werden, purzelt nur in den seltensten Fällen ein Monster wie Radioheads „Paranoid Android“ heraus, das legendär qualvoll entstanden ist.

 

Früher zwischen Shoegaze und Sonic Youth angesiedelt, haben sich Blonde Redhead neuerdings ein vielseitigeres Profil zugelegt. Album Nummer neun bildet diesen Entwicklungsprozess ab. Leider wird vieles dabei, mit voller Absicht, nur allzu unpräzise ausformuliert. Vielleicht ist der Wille zum Fortschritt auch Schuld an der unverständlichen Energielosigkeit dieser so heiß ersehnten Platte. Die Erwartungshaltungen an „Barragán“ ragten mindestens in den Himmel und daran zerschellt das Album nun leider auch.

Bei aller Liebe, für mich bleibt nun letztlich die Frage nach der Qualität des Songwritings. Dieses überzeugt hier nur in ganz wenigen Momenten. Auch auf dem Albumcover ist der Glanz buchstäblich verschwunden, was hatte das Cover von „Penny Sparkle“ dagegen noch für Eleganz.

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