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Sleater-Kinney – No Cities To Love – Take me to the Riot

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Die Stadt Olympia war Anfang der 90er Jahre ein Stützpunkt, natürlich keiner der gleichnamigen Spiele, sondern die Home-Base der Riot-Grrrl Bewegung. Diese versuchte, das männerdominierte Rock-Geschäft mit dem dazugehörigen Macho-Gehabe durch Lärm, Inhalt und feministische Attitüde aufzumischen. „Revolution Girl Style Now!“ lautete ihr Slogan, federführend war Kathleen Hanna mit ihrer Band Bikini Kill. Zügig entwickelte sich eine All-Girl-Band Szene, in der u.a. Babes in Toyland, L7 und eben Sleater-Kinney maßgebliche Anteile besaßen.

Leider versandete diese Initiative zur Gleichberechtigung von Frauen im Musik-Business nach einigen Jahren, es folgte der Ausverkauf, aus Riot-Girls wurde Girlies, Bands wie Hole unterschrieben bei einer Major-Plattenfirma. Die Aufrechten unter den Musikerinnen verweigerten derartige Deals und veröffentlichten ihre Platten weiter bei kleinen Verlagen, Sleater-Kinney brachten von 1995 bis 2002 auf Kill Rock Stars sechs Alben heraus, erst die letzte, inzwischen fast zehn Jahre zurückliegende Platte „The Woods“ erschien auf dem größeren Label Sub Pop.

Schaut man in die gegenwärtige Musiklandschaft, findet man derart resolute, weibliche Standhaftigkeit eher selten. Neben der, wenn auch mit anderen musikalischen Mitteln agierenden, M.I.A. überzeugten zuletzt Savages, auch die zum Riot konvertierte Kate Nash machte auf ihrer letzten Platte ordentlich Lärm gegen das Establishment. Unvergessen selbstverständlich auch Pussy Riot, die für die Sache sogar ihre Freiheit auf’s Spiel setzten.

Umso schöner das gemeinsame Comeback der drei Aktivistinnen von Sleater-Kinney, die natürlich auch in der vergangenen Dekade musikalisch aktiv waren. Corin Tucker spielte bei Cadallaca und initiierte ihre Corin Tucker Band, Carrie Brownstein spielte bei Wild Flag, wo auch Janet Weiss trommelte, die außerdem auch bei Steven Malkmus & the Jicks am Schlagzeug saß. Im Herbst letzten Jahres tauchte eine Seven-Inch mit neuem Material des Trios auf, die einer Vinyl-Box ihres Back-Kataloges beilag. Aus hoffnungsvoller Spekulation wurde dann schnell Gewissheit: Es wird eine neue Platte geben.

Vorab im Netz als Stream zu hören, ist die Scheibe nun physisch zu erwerben. Wer es besonders edel mag, greift zum Klappcover-Vinyl mit Bonus-Twelve-Inch. „Wir klingen darauf wie besessen“ sagt Carrie Brownstein zur Platte und „Das ganze Gewicht dieser Band und alles, was sie uns bedeutet, werden auf dem Album zu neuem Leben erweckt“.

Produziert von John Goodmanson, der schon das nicht unwesentlich zur Legenden-Bildung führende Album „Dig Me Out“ abmischte, legen die drei auf „No Cities To Love“ mit „Price Tag“, einer herben Kritik an der Konsum-Kultur, los wie ein professionelles Reanimationsteam. Die pure Energie lässt nicht nur Fan-Herzen wieder schneller schlagen, sondern macht klar, dass sich die Band keinesfalls zu den Aufnahmen zwingen musste. Das Schlagzeug klingt wie ein Sperrfeuer, die beißenden Gitarren zersägen Melodien, die meisten Songs pendeln zwischen Post-Punk und rohem Rock und haben manchmal einen Touch Sonic Youth – schließlich war Kim Gorden auch nie ein leises Mädchen. Aber Sleater-Kinney können auch anders. Groovige Funk-Anleihen prägen z.B. „Gimme Love“, im Titeltrack, „A New Wave“ und „Fade“ verpacken sie ihre Message in die Leichtigkeit eines Pop-Refrains, selbstverständlich ohne sich anzubiedern. Einziger Wermuts-Tropfen des Albums: Nach einer guten halben Stunde ist Schluss.

Die zu Riot-Women gereiften Tucker, Brownstein und Weiss beweisen, dass die Wut nicht altert, Überzeugung niemals stirbt und sie folgendes nicht können: Ideale verraten und Halbheiten abliefern.

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