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Two Gallants – We Are Undone

RubrikAlben
Künstler*inTwo Gallants

Drei Jahre nahmen sich Two Gallants für den Nachfolger von „The Bloom And The Blight“ Zeit. Nun haben die beiden Herren es geschafft haben, sich gemeinsam um den Fortgang der Two Gallants zu kümmern und ihr neues Werk „We Are Undone“ hört sich schon wie ein Statement an. Fertig sind die beiden Herren also noch lange nicht, glaubt man dem Titel. Es sah nicht immer so aus. Soloprojekte kamen und gingen, Tyson Vogel ergab sich gemeinsam mit Bright-Eyes-Violinist Anton Patzner in Instrumentalergüssen und Adams Stephens schrieb die verhältnismäßig fröhliche Pop-Platte „We Live On Cliffs“. Aber das alles ereignete sich schon vor Jahren. Dennoch haben diese Werke abgefärbt auf das Vorgängerwerk abgefärbt und auch auf „We Are Undone“ ist diese Atmosphäre noch zu spüren.

Gleich beim Titeltrack, der auch den Opener bildet, erklingen durchaus krachende Gitarren und schwer temperierte Drums, ohne dass die Rohheit der Eingängigkeit weichen muss. Eine Atmosphäre verrauchter, urwüchsiger Kneipen wird in „There’s So Much I Don’t Know“ erzeugt, dies ist auch eine der Stellen, an denen eine Niedergeschlagenheit durchscheint, die auch durch Gesang und dramaturgischen Einsatz der Instrumente gebührend inszeniert wird. Es ist auch ziemlich erstaunlich, wie Two Gallants in „Murder The Season/The Age Nocturne“ um Haaresbreite am großen Pomp vorbeirutschen.

Dabei bleibt das Album zwar energiegeladen, explosiv und schweißtriefend, dennoch jagt hier ein unkomplizierter Grunge-Refrain den nächsten und aus staubtrockenem Countryfolk mit rotzigen Punksounds wird poppiger Grunge-Punk mit country-esken Einschlägen. In ihrer Musik vermischen Two Gallants die klassischen amerikanischen Musikstile zu einer Mischung, die leicht zugänglich ist, aber längst nicht blöd. Immer wieder fühlt man sich an große Künstler Nordamerikas erinnert, an Wilco, Jack White, manchmal sogar an Bob Dylan, wie zum Beispiel in „Katy Kruelly“.

TwoGallants sind sehr klassisch, Blues, Country, Soul, Folk und natürlich der gute alte Rock and Roll – daraus setzen sich die Stücke zusammen. Damit werden sie sicherlich nicht zur avantgardistischen Speerspitze irgendeiner alternativen Szene avancieren, nein, die beiden sind in gewissem Maße konservativ, doch das ist Bruce Springsteen schließlich auch schon immer gewesen und daran stört sich kaum einer.

„We Are Undone“ wandelt durchaus auf schattigen Pfaden, Beziehungen sind immer irgendwie problematisch, die Akteure verlieren sich in Missverständnissen und das Schicksal meint es weniger gut mit den hier skizzierten Protagonisten. Two Gallants kümmern sich nicht um Coolness oder Credibility in irgendeiner Szene, sie sind viel zu sehr damit beschäftigt, gute Songs zu erschaffen, denen man mühelos das Prädikat „zeitlos“ verleihen kann.

Ein klassischer Exkurs zu den Urgründen dessen, was Amerika zu einer solch großen, geradezu der großen Rocknation gemacht hat. Passt gut auf, wie dieses Duo das anstellt, da kann man noch was lernen!

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