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José González – Vestiges And Claws

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Unheimlicher Gegensatz: Der Namensvetter des düster-lieblichen Himmelschorleiters José González war nichts Geringeres als ein alteingesessener – warte für es – stahlharter und kaltblütiger Wrestler. Dabei webt der auf Solopfaden wandelnde Junip-Sänger gerade auf „Vestiges And Claws“ mit feingliedrigen Melodiegefügen am Seelenteppich – es werde Licht in den sonst eher düsteren Soundgeschwadern der Engelskehle.

Die acht in die Musiklandschaft gezogenen Jahre seit dem vergangenen Soloalbum des Schweden stellen gesammelte poetische Geschichten in den Mittelpunkt der herzigen Neuverpflichtung. Neben dem Raum über die Zeit, bietet vor allem die unmittelbare Sphäre des Hier und Jetzt tiefe Einblicke in die verschlungen-philosophischen Gedankengänge des seichten Notenapostels.

Die Gitarre – dein zuverlässiger hölzerner Anschmiegfreund und Sentimentalitätsindikator. Das zarte, mäandernde Zupfen der Klampfe bekommt einen Wirkungskreis zugestanden, der zugleich weite Interpretationsfelder bei nahen Begegnungen zulässt. Du spürst die unmittelbar gehauchte Wärme an Deinem Ohr, so nahe scheint José zu sein; So nahe, dass man nur beschämt auf den Boden denn den Künstler anschauen möchte, um in keinen unbewussten Intimkreis zu gelangen.

Ein einziger tiefer Atemzug verläuft durch die süße Gesamtheit des Drittlingwerkes – dank des völligen Fehlens fest einschnürender Strukturen oder gar anstrengender Schichtungen. Zarte Riffs setzen sich in den leicht wankenden Köpfen fest und machen es unmöglich, einer unmittelbar hypnotischen Wirkung zu entkommen, werden doch jegliche anstrengende Dissonanzen tunlichst vermieden. Das Raumrauschen des Homerecordings tut sein Übriges, um auf gediegener Albumlänge in der schnarrenden, alles hergebenden Emotionswelt des José González anzukommen.

Auf klanglicher Ebene lassen sich Folklieblinge wie die Fleet Foxes etwa aus dem artverwandten „Open Book“ heraushören (“Asking myself what it’s all about/ What am I doing here, what this leading to”). Auch das rein instrumentale Poetgefüge „Vessels“ saugt mit Hilfe wohlig klingender und sich unmittelbar festsetzender Melodiephrasen die gesamte Atmosphäre einer Umgebung auf, welche lediglich den Korpus einer Gitarre und eines Menschen braucht, um er- und ausgefüllt zu sein, erfasst die Tiefen, Leichtigkeit und Strahlkraft derer. Ein steigender Drang der Selbstoffenbarung lässt sich mittels des eindringlichen Crescendos aus „Leave Off/ The Cave“ herausfiltern.

„Vestiges And Claws“ ist für die wichtigen, in sich gekehrten Momente, welche man nur mit den wahren Menschen teilen möchte. Es stellt sich unumwunden eine Tiefenentspannung nach einem Durchgang des Albums ein, welche jedoch zu Lasten des hängenbleibenden Musikgehaltes ausfällt. Die kleinen erschaffenen Songcharaktere verschwimmen in einem klanglichen Wohlfühlstrudel, der es einfach nicht ermöglicht, im Nachhinein an greifbaren Mustern festzuhalten. Diese fliegen vielmehr vorbei und lassen sich schlichtweg nicht erinnern. Zwar hält das Schaffen Einzug in die tiefsten Sinnespfade, jedoch nicht in die Top-irgendetwas-Listen des Jahres 2015.

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