Zhala – Zhala

Die einfach gestrickte Drei-Glieder-Liebeskette des charmanten Damen-Synthpop: MusikBlog mag die Koryphäe Robyn. Robyn mag ihren frischen Schützling Zhala. Der Umkehrschluss: MusikBlog findet auch Zhala ganz wundervoll. Dieser Liebesbeweis resultiert in keiner Weise aus einem stinkfaulen Meinungsunmut – vielmehr aus der vollen Überzeugung, dass die junge Dance-Pop-Anwärterin mit ihrem auf Konichiwa erschienenen gleichnamigen Debüt vieles richtig gemacht hat; eben ohne sich in einem fremden Teerfederbad zu suhlen.

Die Zusammenarbeit mit einer gemochten Größe im Rücken mag vielerlei Vorteile bieten – etwa eine enorme Aufmerksamkeit für die erste Single „Prophet“, welche in einer zauberhaften Kooperation beider Schwedinnen entstand. Kaffeegrundgleich lassen sich aus diesem Miteinander recht unterschiedliche Soundauffassungen der beiden Dance-Pop-Perlen lesen: Wo Robyn noch leicht die Kurve in Richtung Glanz-Pop kratzt, widmet sich Zhala voll und ganz den industriell gefertigten Maschinerie-Rave-Gefilden. Hier treffen Herr Hart und Frau Zart aufeinander, oder aber geben sich Monsieur Klarheit und Madame Kontrolllosigkeit die Klinke in die Hand: Die energetischen Cocktails ziehen stark an und lassen unerbittlich nach – nur, um daraufhin die volle Dröhnung Zhala zu kredenzen.

… was dann passiert, ist unglaublich: In feinster fieser Clickbait-Manier sind tatsächlich jegliche plötzliche Richtungswandel nicht vorauszuahnen. Break – und nun?; Wird aus dem gerade gehörten Bassstampfer ein sich hinziehendes Soundgeschwader. Eine festgefahrene Konzentration auf das, was da passiert, ist fehl am Platze. Weitaus angebrachter ist es, sich einfach von der Beatschmiere treiben zu lassen. Im Inneren wird so die Aufmerksamkeit auf exotische Klangexperimente gelenkt, welche stupiden Technostößen die nötige Süße verleihen („Prince In The Jungle“), oder aber auf hie und da dem House entlehnte Beats, die sich in einer plötzlichen Kehrtwende entschließen, doch auf der Elektro-Pop-Schiene fahren zu wollen.

Surreal, verschwoben und hypnotisierend schmiegen sich die Beats eng aneinander. In den fantastischsten Farben mögen sich Halluzinationen und selig lächeln lassende Erinnerungen an das letztmalige Hören einer solchen Musik tief in das Bewusstsein graben – etwa, wenn säuberlich technoesque Beats auf die lieblich-ferne Stimme Zhalas treffen. Bis in den entlegensten Bewusstseinswinkel kriechen und drücken sich so die Anker-Hooks im Laufe eines Schützling-Werkes, das vor Überraschungen nur so strotzt – und völlig alleine auf den Business-Beinen stehen kann, auch ohne zauberhafte Mentorin.

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