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Jaakko Eino Kalevi – Jaakko Eino Kalevi

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Es gäbe immer Probleme mit der Aussprache seines Namens, sagt Jaakko Eino Kalevi Savolainen – auf seinem neuen (selbstbetitelten!) Album schafft der finnische Musiker Abhilfe: Der erste Track „J.E.K.“ besteht im Grunde nur aus den drei sanft gesäuselten Worten Jaakko – Eino – Kalevi, eingebettet in federleichten Synthie-Pop, irgendwo zwischen Toro Y Moi und Jean Michel Jarre. Das mag beim ersten Eindruck egozentrisch wirken, ist es aber keineswegs, allerhöchstens ein bisschen exzentrisch.

Man sagt den Finnen ja gerne nach, dass sie etwas eigen seien – Jaakko Eino Kalevi bestätigt dieses Vorurteil auf sympathische Weise. Zum Beispiel gibt es auf seinem eigenen Label JEKS (wieder dieses Namens-Ding) hauptsächlich Veröffentlichungen von ihm selbst, unter -zig verschiedenen Pseudonymen und Bandnamen.

„Jaakko Eino Kalevi“ erscheint jedoch bei Domino, gemixt wurde es von Run The Jewels-Producer Nicolas Vernhes – Jaakko hat also eine Punktlandung im Hipster-Universum hingelegt. Man muss allerdings kein Hipster sein, um von Kalevis Musik rundum bezaubert zu werden: Die Mixtur aus retroiden Synthie-Melodien, zart perlendem Piano, verschlepptem Discobeat und finnisch-englischen, geflüsterten, gehauchten Texten geht so geschmeidig in Ohren und Beine, dass man ein Herz aus Granit haben müsste, wollte man ihr nicht erliegen.

Wer’s nicht glaubt: Bitte mal „Hush Down“ anspielen und versuchen, nicht zu tanzen oder zumindest mit dem Kopf zu wippen. In diesem Stück reichen sich Space-Krautrock und Italo-Disco die silbern behandschuhten Hände, am Ende surrt das Raumschiff in die unendlichen, glitzernden Weiten des Alls.

Auch „Mind Like Muscle“, „Night at the Field“ und vor allem „Double Talk“ sind unverschämt tanzbar, ohne mit dem Edelstahl-Metronom einen harten Takt vorzugeben. Jakko wirkt eher wie ein bleicher, dünner Barry White, der sich ins Studio von Can verirrt hat – beziehungsweise ganz gezielt dort hin wollte.

Um die verführerische Wirkung noch zu erhöhen, hat sich der Mann aus Helsinki weibliche Unterstützung geholt: Die Gastsängerinnen Suad Khalifa und Sonja Immonen vergolden vier Songs mit ihren engelsgleichen Stimmen, schubsen den fluffigen Master of Ceremony aber nicht aus dem Lichtkegel. Bei Jaakko wird nicht geschubst und nicht gedrängelt, sondern unaufgeregt und entspannt der nächste Drink geholt, dazu wiegt man sich zu den Klängen von „Deeper Shadows“ oder „Say“ in den Hüften.

Erwähnten wir schon, dass Finnen als exzentrisch gelten? Durchaus, aber ebenso als charmant und romantisch. Diese Eigenschaften verdichten sich in Jaakko Eino Kalevis schöner Platte, die in die angesagte Strandbar genauso gut passt wie in ein finnisches mökki.

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