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JOCO – Horizon

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Du hattest gerade ein Liebeswehwehchen zu viel? Kommst gestresst von einem saublöden Kaltwettertag nach Hause? Kämpfst mit den maßlosen Anforderungen Dritter an Dich selbst? Dann höre Dir einmal „Horizon“ an; Denn JOCO liefern mit ihrem Debüt eine Seelenbalsamkur für alle jene kleinen und großen nervtötenden Alltagsprobleme von Welt.

Das ist keineswegs eine verkappte Werbung – denn in jeglichen anderen Situationen wirst Du die herzige Platte eher nicht bemühen. „If you stop here you won’t go any further“ („Bleeding“): Josepha und Cosima singen sich mit einer zärtlichen Eindringlichkeit in die tiefsten Tiefen unserer Gehörgänge – doch die versprochene Kur spült sich nach etwa der Hälfte des Albums wieder heraus.

Unbestritten beherrscht das Schwesternduo das Spiel mit den Winkeln, den Tiefen und Räumlichkeiten der Musiklandschaft perfekt, haben sie doch eine musikalische Studienkarriere hinter sich gelassen. Es zärteln liebliche Pianoklänge in einem nachhallenden Raum mit spärlicher Percussionausstattung und schmiegen sich gediegene Gitarrenzupfereien an durchaus präsente Stimmen. Die große Stärke JOCOs besteht gerade in diesen Momenten des melodiösen Verständnisses; Etwa, wenn Josepha und Cosima über die fiese Fremdbestimmung sinnieren und folglich auf die zwingende Notwendigkeit des eigenen Kopfes pochen („Pilot“). Stark werden jene Lebensweisheiten jedoch vor allem in den Augenblicken des Übergangs eines seichten Rauschens hin zu kraftvollen Themen („We Draw A Line“).

Zwar geben die Schwestern ohrenscheinlich nichts auf vorgefertigte Melodiekonventionen; Dennoch lassen sich anhand der 13 Titel gewisse Vorlieben ableiten: Die Stimmen des Duos passen sich eingangs samtig aneinander an, surren mal im Einklang und trennen sich zu einfachen Mehrstimmigkeiten, um Gesagtes mit einem süßen Nachdruck zu pressen. Was verletzlich beginnt, türmt sich so in klangvollen Pianodunstkreisen zu wahren Intensitätsperlen auf.

Recht unterschiedliche Elemente bekommen damit einen markanten Stempel der JOCOnischen Sorte. Seien es irische Anleihen („We Clash“) oder Yann Tierseneske Pianobewegungen einer scheinbaren Weitervertonung der fabelhaften Welt der Amélie („Over The Horizon“) – die kurzen liebevollen Anekdoten über die verflixte Liebe und das Leben zeigen sich stets im frappanten Schwesternkleide. Zwar verfehlen die einfachen Zutaten ihre Wirkung nicht – doch jene sanften Erzählungen und Belehrungen sind ab der Albumhalbzeit recht vorhersagbar, wenn auch ein kleiner Ausreißer mit dem deutschen Liedtextschmankerl zu „Winter“ gegeben ist. Hier zeigt das Duo nochmals auf, was es in der vergleichbaren Bandlandschaft leuchten lässt: Die Künstlerinnen schicken uns in aller Sanftheit vor die Tür, dort sei es schließlich warm. Die gleichsam aufgestellten Sängerinnen von Boy hingegen hätten den Hörern zum Erreichen dieses Ziels Hummeln in den Hintern gesetzt. Je nachdem, wie Du Dich also nach einem grauen Tag motivieren lässt: JOCO sind in jedem Fall eine Option.

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