Verses – Feel It Faster – Wenn einer aus dem Rahmen fällt

Man merkt es den vier jungen Briten Jason Danzelman, Joe Welsh, Dan Freese und Joe Gale sofort an, dass sie es unbedingt nach ganz oben schaffen wollen. Ihr Debüt-Mix aus klassischem Rock, Pop und vereinzelten Indie-Emo-Anleihen hat auch was, keine Frage. Wäre da nur nicht diese unentwegt vorherrschende Penetranz, mit der die vier Verses-Jungs aus Brighton zu Werke gehen. Diese wird vor allem von Sänger Jason Danzelman angetrieben, der diverse vielversprechende Kollektiv-Strukturen mit seinem doch eher bescheidenen Gesangsorgan mehr oder weniger in die Tonne kloppt.

Immer wieder ist man als Hörer kurz davor, beide Daumen in die Höhe zu strecken. Doch dann zieht der Kerl an vorderster Front wieder alles in den Abgrund. Das macht der arme Jason bestimmt nicht mit Absicht. Niemand will ihm unterstellen, dass sein aufgesetztes, stets zwischen Freud und Leid pendelndes “Hört-man-mich-auch-gut?”-Stimmchen bewusst in Richtung Niemandsland schielt. Der gute Jason will schließlich auch hoch hinaus. Genauso wie seine Hintermänner: “Wir möchten überall und auf jeder Bühne spielen, die uns die Möglichkeit dazu bietet”, so die Band im Chor. Der Wille ist da. Doch scheinen sich nicht alle Beteiligten darüber im Klaren zu sein, was man für die ganz großen Bühnen dieser Welt abliefern muss.

Der Background sollte sich dahingehend weniger angesprochen fühlen. Bisweilen wird gar Überdurchschnittliches an den Start gebracht (“Feel It Faster”, “Live In The Sky”, “Always Disconnect”). Das kann man vom Frontmann allerdings nicht behaupten. Der hängt nahezu durchgehend in den Seilen.

So verpufft der eigentlich recht vielversprechende Mix aus bodenständigem Rock-Pop (“These Shores”, “To The Rooftop”) und kratzig kantigem Alternative (“Making Statues”) letztlich irgendwo im Nirgendwo. Schade drum; denn hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

So müssen sich die vermeintlichen Überflieger von der Insel wohl noch mal zusammensetzen, um Grundsätzliches zu überdenken. Die richtigen Entscheidungen vorausgesetzt, könnte aus dem Traum von einer Karriere auf der Überholspur durchaus etwas werden. Bis dahin sollte sich das Quartett aber erst einmal daran gewöhnen, kleinere Brötchen zu backen.

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