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Kid Astray (Credit Cosmos Music)

Wir kommen ziemlich schnell auf den Punkt – Kid Astray im Interview

Fünf lange Jahre schraubten Kid Astray an ihrem Debütalbum. Nun ist es endlich soweit. „Home Before The Dark“ wird endlich veröffentlicht. Darauf zu hören ist eingängiger Indie-Pop, der Erinnerungen an Bands wie Foster The People, Phoenix und Passion Pit weckt. Die sechs jungen Skandinavier haben ihre Hausaufgaben also gemacht. Wir verabredeten uns mit Sänger Benjamin Giørtz und sprachen mit ihm über die Anfangstage der Band, große Namen und rosige Zukunftsaussichten.

MusikBlog: Hi Benjamin. Fünf Jahre harte Arbeit zahlen sich nun endlich aus. Euer Debütalbum „Home Before The Dark“ steht endlich in den Startlöchern. Was für ein Gefühl ist das?

Benjamin: Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich meine, normalerweise kommt man als neue Band nach zwei oder spätestens drei Jahren mit dem ersten Album um die Ecke. Bei uns hat es etwas länger gedauert. Umso größer ist jetzt aber die Freude, dass es endlich soweit ist.

MusikBlog: Es ist ja nicht so, dass ihr die vergangenen fünf Jahre untätig wart. Ihr seid viel unterwegs gewesen und habt seit letztem Jahr auch eine EP („Taking You With Me“) auf der Habenseite. Es macht den Anschein, als hättet ihr die Entwicklung der Band bewusst wohldosiert vorangetrieben. War das auch der Plan? Oder hättet ihr lieber über Nacht ein dickes Ausrufezeichen gesetzt?

Benjamin: Im Nachhinein sind wir schon froh über die Entwicklung. So konnten wir natürlich als Band wachsen. Es gab keinen Druck und keine großen Erwartungen. Natürlich ist man als junge Band auch ungeduldig. Man will raus in die Welt, den Leuten zeigen, was man drauf hat. Dieses Verlangen schlummerte sicherlich auch in uns. Aber letztlich sind wir glücklich, dass alles so gelaufen ist.

MusikBlog: Euren ersten kleinen Durchbruch hattet mir mit dem Song „The Mess“, den ihr seinerzeit extra für einen Demo-Wettbewerb geschrieben habt. Erzähl doch mal.

Benjamin: Ja, das ist richtig. Wir spielten damals erstmals auf einem größeren Festival (Larm Festival). Dort nahmen wir an einem Demo-Contest teil. Dummerweise hatten wir zu der Zeit kein brauchbares Song-Material am Start, also mussten wir kurzfristig die Köpfe zusammenstecken und einen neuen Song schreiben. So entstand „The Mess“.

MusikBlog: Ein Song, der euch dann viele weitere Türen geöffnet hat.

Benjamin:  Auf jeden Fall. Wir wurden durch den Auftritt „Band Of The Week“ bei einem großen norwegischen Radiosender. Danach kam der Ball dann erst so richtig ins Rollen. Plötzlich hatten wir Airplay, und es meldeten sich fast täglich Veranstalter, die uns buchen wollten. Dem Song haben wir wirklich viel zu verdanken.

MusikBlog: Dann traten die Herren Joe Cross (Hurts), Jesper Borgen und Tord Overland Knudsen (The Wombats) auf den Plan; Leute, die wissen, wie der Hase läuft. War das der Moment, in dem euch bewusst wurde, dass sich aus dem Highschool-Bandprojekt etwas größeres entwickeln könnte?

Benjamin: Es waren nicht nur diese drei, die plötzlich in unser Leben traten und uns zeigten, was alles möglich wäre. Es war das Gesamtpaket, das immer kompakter wurde. Wir haben jeden Tag gemerkt, dass wir einen Schritt weiterkommen. Dieses Gefühl war ziemlich berauschend. Das wollte dann auch keiner mehr missen. Die Phase, in der wir dann mit Top-Leuten an unserem Debütalbum feilten, setzte dem ganzen Prozess nur die Krone auf. Das war dann quasi die Sahne auf dem Dessert. (lacht)

MusikBlog: Klingt lecker.

Benjamin: Oh ja. Wir kriegen auch nicht mehr genug davon.

MusikBlog: Wie kommt ihr denn überhaupt so als Kollektiv klar? Dauert es nicht ewig, bis sich sechs verschiedene Persönlichkeiten auf einen gemeinsamen Nenner einigen?

Benjamin: Nun, manchmal dauert es schon etwas länger. (lacht) Aber normalerweise kommen wir relativ schnell auf den Punkt.

MusikBlog: Wie erklärst du dir das?

Benjamin: Ich denke, dass die Tatsache, dass wir uns alle schon ziemlich lange kennen, uns in solchen Momenten immer wieder in die Karten spielt. Jeder weiß, wie der andere tickt. Das hilft natürlich ungemein. Vor drei oder vier Jahren sah das alles natürlich noch ganz anders aus. Da herrschte oftmals Chaos, wenn es darum ging, an einem Strang zu ziehen. Nicht, dass wir uns in den Haaren lagen. Aber es wurde halt viel diskutiert. Mittlerweile greift aber ein Rädchen ins andere.

MusikBlog: Die Öffentlichkeit parkt ja neue Bands immer ganz gerne in bestimmte Schubladen. In Bezug auf eure Musik fallen dahingehend oftmals die Namen Foster The People, Passion Kit und Phoenix. Nerven euch derartige Vergleiche? Oder fühlt ihr euch eher geehrt?

Benjamin: Definitiv Letzteres. Das sind auch allesamt Bands, die uns inspirieren. Mit diesen Bands dann in einen Topf geworfen zu werden, ist schon eine tolle Sache. Das sind ja keine 0815-Combos. Das macht uns schon stolz, und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

MusikBlog: Wohin soll der führen?

Benjamin: Wir lassen erst einmal alles auf uns zukommen. Wir sind jetzt einfach nur happy, dass das Album im Kasten ist, und sind gespannt auf die Reaktionen der Menschen da draußen. Wir werden nichts überstürzen, uns von keinem Hype blenden lassen, sondern einfach in Ruhe weiter unser Ding durchziehen. So sind wir bisher am besten gefahren.

MusikBlog: Nach dem Album geht es im Herbst auf große Support-Tour mit den Wombats. Schon aufgeregt?

Benjamin: Und wie. Wir können es gar nicht abwarten, mit den neuen Songs live aufzutreten. Und dann auch noch zusammen mit den Wombats, einer Band, die wir alle sehr mögen. Das wird bestimmt ein Fest.

MusikBlog: Definiert ihr euch auch eher als Live-Band?

Benjamin: Ja, absolut.

MusikBlog: Es gibt ja viele Pop-Bands, die lieber im Studio tüfteln als auf der Bühne zu stehen.

Benjamin: Ja, ich weiß. Bei uns ist das aber komplett andersrum. Wir lieben die Bühne, den Kontakt mit dem Publikum und das Gefühl irgendwo mittendrin zu sein. Für uns ist die Band der Schlüssel nach draußen. Dort gibt es noch so viel Neues zu entdecken. Und darauf freuen wir uns wie kleine Kinder.

MusikBlog: Dann viel Spaß in der großen weiten Welt.

Benjamin: Den werden wir haben. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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