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Madsen – Kompass – In bewährter Richtung

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Hallo Madsen. Da seid ihr wieder. Zum zweiten Mal führt uns das Schicksal zusammen. Das erste Mal war vor Jahren als ich auf der „Frieden im Krieg“-Tour für einen inzwischen längst verblichenen Internetmusiksender ein Interview inklusive Live-Dreh und Beitrag über euch gemacht habe. Und als neulich die mächtige MusikBlog-Zentrale mit Sitz in den Berchtesgadener Nordalpen anklopfte und mich frug: „Schreibst Du die Madsen Review?“ gab es natürlich auch nur die Antwort: „Öh, äh… Ja klar. Warum eigentlich nicht“. Als Strafe für die Befehlsverweigerung hätte ich sonst möglicherweise riskiert, „Sommersehnsucht“ – das neue Album der Calimeros rezensieren zu müssen. Ächz!

Gut, Madsen waren jetzt nie so ganz meins. Aber immerhin hab‘ ich zweimal erleben können, wie sie eine ausverkaufte mittelgroße Kölner Halle und ein Festival zum Beben gebracht haben. Und immerhin sind die Jungs aus dem Wendland ja auch schon elf Jahre dabei und haben sich mit fünf Studioalben ihre eigene Schneise in den Deutschrock-Dschungel geschlagen. Recht bodenständig, ehrlich rockend, aber manchmal …öm… in den Texten nicht eben für meinen Geschmack.

Dann mal ran an den Speck. Mal gucken, was wir hier haben. „Kompass“ heißt das sechste Album. Wo geht’s also lang für Madsen? „Sirenen“ macht mit seinem Siebziger Hard/Heavy Rock einen recht gefälligen Anfang. Rockt wuchtig und mit gutem Druck. Eine kleine Anregung zum Hirn einschalten gibt’s dazu auch noch mit Zeilen wie: „Hörst Du die Sirenen sie singen ein Lied. Wir sind hier drinnen und draußen herrscht Krieg. Hörst Du die Sirenen, sie weinen für Dich. Ich kann’s nicht verstehen. Sag mir warum hörst Du sie nicht?“.

Auch „Leichter“ hält mit seinem recht schnittigen Bo Diddley-Rhythmus am Anfang erstmal die Spannung. Der Refrain ist mir allerdings zu geradeaus und hosig. „Ohne dich wäre das Leben vielleicht viel leichter, es wäre nur nicht das Leben, was ich will!“. „Küss Mich“, schon als Single ausgekoppelt und als Niedersachsens Beitrag beim Bundesvision Song Contest ins Rennen geschickt, kommt dann als netter angebeatleter Pop-Rocker.

Spätestens beim Refrain von „Ich Bin Korrupt“ murmelt irgendwas in meinem Hinterkopf etwas von Pur. „Ich bin korrupt. Nur ein Kuss und ich lieb dich wieder. Ich bin korrupt. Nur ein Kuss und ich schreib Dir Liebeslieder. Ja ich bin bestechlich, pass gut auf mich auf. Mein Herz ist so zerbrechlich und ich glaub‘ das Du’s noch brauchst.“. Aber gut, ehrlicher und unbekümmerter Spaß wäre hier auch eine andere Deutungsmöglichkeit.

Auch das getragene „Unerreichbar“ ist im Refrain nicht gerade ein Highlight. „Ich gestehe mir ein, Ich möchte heute unerreichbar sein. Ich hoffe Du weißt, dass das nicht bedeutet ,Du kannst nicht bei mir sein. Mit Dir bin ich gern allein“. Und das dann powerballadig vorgetragen wie ein Sparkassenwerbespot.

Musikalisch haben sich Madsen auf „Kompass“ anscheinend auch gerne mal von anderen Bands inspirieren lassen. Aber immerhin haben sie es geschafft, ihr eigenes Süppchen daraus zu kochen. So erinnert „Fluten“ an Queens Of The Stone Age. Und „Graue Welt“ an die Foo Fighters. „Ich trink nur eben aus“ kommt wiederum ein bisschen AC/DCig am Anfang. Bei „Nochmal“ wird folkig angehaucht zur Akustikgitarre gerockt. Der Albumcloser „Leuchttürme“ fängt mit netter psychedelischer Soundspielerei an, um dann noch mal mit runtergestimmten Gitarren ordentlich auf das Heavy-Pedal zu drücken. Inklusive Chor- und und Flötensounds aus dem Mellotron.

Alles in allem zeigen Madsen auf „Kompass“ ihre nach wie vor vorhandenen Qualitäten. Sie können rocken. Die Riffs sind zwar nicht immer unbedingt die originellsten, aber dafür bringen Madsen sie mit Leidenschaft und ordentlichem Druck. Aber ihr Hauptkapital sind natürlich die Melodien ihrer Refrains. Gut, über den textlichen Inhalt kann man urteilen wie man will. Für mich sind Zeilen wie „Über siebzig Brücken will ich gehen, Ihr werdet es schon sehen Ich werde diese Welt verändern. Es ist klar, ich werd‘ ein Star. Ich hör schon den Applaus. Ich trink nur eben aus.“ eben nicht mein Ding.

Aber Fakt wird sein, das diese Refrains, egal ob auf Konzerten, Festivals, der Party im Jugendheim oder in der Kneipe um drei Uhr morgens bei nicht wenigen Menschen gut zünden werden. Und als Rocksänger ist Sebastian Madsen jetzt auch nicht der schlechteste. Genauso wie sie als Band inzwischen ein ordentlich gutes handwerliches Level erreicht haben. Madsisten bekommen mit „Kompass“ jedenfalls bewährte Qualität. Und die eiscoolen Szene-Hipster hatten Madsen ja sowieso noch nie im Visier.

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